Die Schlacht bei Hemmingstedt - der Nachruhm und dessen Auswüchse

Rechts:Titelblatt von einem zeitgenössischen gedruckten Lied über die Schlacht bei Hemmingstedt.
Ein typischer Landsknecht - (aber auch die Dithmarscher Bauern dürften bei Hemmingstedt so ähnlich ausgesehen haben).


1880 dagegen stellte sich Johannes Gehrts einen wehrhaften Dithmarscher der Republikzeit so vor (unten):
Historisierende Bauern-Vignette (188)

Der Sieg von Hemmingstedt wurde in vielen Versen und Siegesliedern besungen.

Der Holzschnitt von Hamelmann entstand erst ca. 100 Jahre später:

Mit dem Aufkommen nationalstaatlicher Ideen und antidänischer Gesinnung rückte der Sieg seit dem 19. Jahrhundert wieder in den Mittelpunkt des Interesses - so kam es z.B. zu historisierenden Gemälden.

Ein Höhepunkt von Heimatstolz und Schlachtentümelei war der Bau des noch bestehenden Denkmals an der Dusenddüwelswarf anläßlich der pompös begangenen 400-Jahr-Feier im Jahre 1900.


Postkarte vom Tag der Einweihung des Schlachtdenkmals am 17. 2. 1900
bei der Dusenddüwelswarf. Der Postkartenzeichner kannte wohl nur den
Denkmalentwurf, aber nicht die flache Dithmarscher Marschlandschaft!

Auch in der Literatur fand die Schlacht ihren Niederschlag, so in einer Ballade Fontanes.
Besonders die Person des Schlachtführers Wulf Isebrand (der nicht bildlich überliefert ist) gab ein Motiv in der völkisch geprägten Kunst des Nationalsozialismus her:

Nachdem der schon seit 1928 dem Nationalsozialismus verhaftete Heider Künstler Hans Gross eine riesige noch bestehende Ziegelplastik an der Albersdorfer Grundschule entworfen hatte, die Wulf Isebrand verkörpern soll, nutzte er nach 1933 das Motiv für das Titelblatt der Zeitschrift Dithmarschen.
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