17. 2. 1500: Wo lag die Schanze?

Die Schanze vor Hemmingstedt wurde in der Nacht vor der Schlacht am 17. Februar 1500 aufgeworfen. Ihre Lage ist nicht ganz sicher, sie lag vermutlich 1200 Meter nördlich des heutigen Schlachtdenkmals von Dehling. In ihr soll Wulf Isebrand, der Heerführer der Dithmarscher, begraben sein. Die Lage der Schanze ist trotz angeblichem Grabungsnachweis von 1949 nicht gesichert und Gegenstand mehrerer Theorien und Spekulationen.
 
Karte von 1880 mit Eintragungen des alten Landweges von Meldorf nach Hemmingstedt (rot gestrichelt) und des abzweigenden Dammweges nach Böddinghusen - Wöhrden (rot gepunktet). Mit Farben unterlegt sind höhere und tiefere Partien des Marschlandes; die sandigeren leichten Erhebungen bei C und E stammen von steinzeitlichen Strandwällen. Die blaue Linie kennzeichnet den damaligen Verlauf eines großen Entwässerungsgrabens, des Hemmingstedter Stroms, der bei D vom Landweg mit Hilfe einer Brücke gequert wurde.
Bei den Buchstaben A bis F wurde die Schanze der Dithmarscher vermutet. B bis D sind wahrscheinlich.

Von der Schanze aus wurde der Vormarsch der Garde von Kanonensalven der Dithmarscher gestoppt. Bei ihrem dritten Ausfall gelang es den Bauern schließlich, die Garde in die Flucht zu schlagen und in dem festgekeilten Heerzug ein Blutbad anzurichten. 1559 kam es anläßlich der "Letzten Fehde" an gleicher Stelle zu erneutem Befestigungbau.

Ausschnitt aus zwei Blättern der Varendorffschen Landesaufnahme des Herzogtums Holstein, um 1795. (Gute Nachdrucke der Karten können kostengünstig beim Landesvermessungsamt in Kiel oder bei den örtlichen Katasterämtern erworben werden!)

Der damalige Landweg von Meldorf nach Hemmingstedt ist rot gepunktet. Die Situation um 1500 dürfte von der um 1795 kaum abgewichen sein.

Man beachte den "Tausendteufelsberg" bei Dehling!
 

1 Vorspiel: Der Belehnungsstreit 6 1500: Machtverhältnisse und Folgen
2 Die Eroberung von Meldorf 7 Die Helden der Dithmarscher
3 Das Heer, der Landweg und das Wasser 8 Nachruhm und Auswüchse
5 Junker Slentz und die Schwarze Garde 9 Der neue Infopavillon
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© Volker Arnold, zuletzt geändert am: