Entdeckungsreise im Norden mit der Maus
auf Dithmarschens ältester Karte von 1559

Peter Böckel (er nennt sich auf der Karte Petrus Beekel) wurde zu unbekannter Zeit in Antwerpen als Sohn des Malers Cornelius Böckel geboren. Die Familie mußte, da sie dem lutherischen Glauben angehörte, während der konfessionellen Auseinandersetzungen Antwerpen verlassen und ließ sich in Hamburg nieder.
Neben der Dithmarschenkarte soll Böckel auch eine Karte von Dänemark (Daniae Regnum) gezeichnet haben, die nicht erhalten ist.
Von 1561 bis 1598, also nach dem Druck der Dithmarschen-Karte,  war er als Landmesser, Kartograph und Maler im Dienst der Herzöge von Mecklenburg tätig. Sein Name taucht häufig mit dem Zusatz "Maler von Antorf" (Antwerpen) im Zusammenhang mit Auszahlungen im Güstrower Renterei-Register sowie im Ausgabenbuch Herzog Johann Albrechts auf. Unter anderem malte er Fürstenbilder, die noch im Schweriner Schloss zu sehen sind.
1599 starb er als Privatmann in Wismar. Die vorliegende Karte scheint die einzige erhaltene kartografische Arbeit Böckels zu sein, wenn man von einer in Öl ausgeführten Karte des Grenzgebietes zwischen Mecklenburg und Pommern absieht, die Böckel nach einem Entwurf seines Kollegen Stella 1578 ausführte.
Böckels landmesserischen und zeichnerischen Leistungen müssen für die damalige Zeit außerordentlich gewesen sein, da es vor ihm keine Aufzeichnungen Schleswig-Holsteins mit so exakten topographischen Einzelheiten gegeben hat.

Quellen und Literatur:
Reimer Hansen, Peter Böckels Dithmarschen-Karte aus dem Jahre 1559 und ihre Nachbildungen. Zeitschrift Dithmarschen, Neue Folge 1968, Seite 57-76.
Reimer Witt, Die Anfänge der Kartographie und Topographie Schleswig-Holsteins, Heide (Boyens & Co) 1982 (noch erhältlich).

Das einzige Exemplar der Dithmarschen-Karte hat sich in der Österreichischen Nationalbibliothek in Wien erhalten (Kopie im Dithmarscher Landesmuseum Meldorf).

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© Volker Arnold, zuletzt geändert am: