Nazca-Geoglyphen: Entdeckung, Erhaltung, Gefährdung

Schon der peruanische Archäologe Mejia Xesspe entdeckte die Geoglyphen 1926 und machte 13 Jahre später auf die Strukturen aufmerksam. Erst Beobachtungen des amerikanischen Kulturhistorikers Paul Kosok 1941 machten die Geoglyphen international bekannt. Einen wesentlichen Anteil der Erkundung, Pflege und Erhaltung der Geoglyphen im Bereich der Pampa von Nazca, dem zentralen Geoglyphengebiet, hat die 1932 nach Peru ausgewanderte Dresdenerin Maria Reiche, die bis ins hohe Alter förmlich für die Geoglyphen lebte und der letztlich zu verdanken ist, dass das wichtigste Geoglyphengebiet seit 1994 in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen ist.

Durch den Kontrast der zuoberst liegenden dunkel verwitterten Steinschicht und den helleren Untergrund ist die Pampa äußerst empfindlich auf jeden kleinsten Eingriff. Durch ein Befahrverbot scheint nunmehr sichergestellt, dass die durch den stark angewachsenen Tourismus verursachten Schäden im Kerngebiet der Geoglyphen nicht mehr wesentlich zunehmen. Trotzdem sind immer noch viele Geoglyphen stark gefährdet. Jede Fahrspur in den und um die Geoglyphen ist eine zuviel und wird ebenso wie die alten Zeichen Jahrtausende deutlich sichtbar bleiben. Nicht nur durch Straßenbau – schon die Panamerikana durchschnitt die besten Geoglyphenfelder –- sondern durch Landwirtschaft und Ausweitung der Siedlungsgebiete wurden und werden zahlreiche Geoglyphen beschädigt und zerstört. Auch der sich offenbar abzeichnende Klimawandel scheint einen Großteil der Geoglyphen direkt zu betreffen: Die Häufung von El-Niño-Ereignissen bedingt offenbar häufigere Regenfälle in der sonst so trockenen Pampa. Das hat kurzzeitige Wasserströme zur Folge, die die Geoglyphen schädigen oder ganz verschwinden lassen können.

Besonders im Westen und Süden des Gebietes werden Teile der Pampa, auch mit Geoglyphenfeldern, auf natürliche Weise ohne nennenswertes Zutun des Menschen durch Winderosion geschädigt. Teilweise scheinen Geoglyphen von Dünen überweht und manchmal auch wieder freigeweht zu sein. In solchen Bereichen gestaltet sich die Identifizierung vom Satellitenbild aus besonders schwierig.

Obwohl hier die größte und bekannteste Konzentration vorliegt, sind Geoglyphen nicht auf diese Region Südamerikas beschränkt, wie nur ein Beispiel eines ca. 70 km nordwestlich beobachteten langgestreckten Trapezes zeigt, in dessen Nähe auch lineare Strukturen sichtbar sind. Zwei weitere dicht benachbarte, schwach erkennbare Beispiele (1 und 2) weiter unterhalb im Gebiet des Río Ica. Auch im chilenischen Teil der Atacama-Wüste sind zahlreiche (andersartige) Geoglyphen bekannt (Beispiel).

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