Südseezauber: Mythos und Realität moderner Steinzeitkulturen in
Papua-Neuguinea
Erstes Poster
Nächstes Poster
Posterübersicht
Startseite Steinzeitpark AÖZA
Startseite Museum
Albersdorf Zurück

Erstes Poster Nächstes Poster Posterübersicht Startseite Steinzeitpark AÖZA Startseite Museum Albersdorf Zurück
Frühe Bauern in Schleswig-Holstein
Der Übergang von der Mittelsteinzeit mit ihren Jägern und Sammlern zur
Jungsteinzeit mit ihrer produzierenden Wirtschaftsweise war in Norddeutschland
ein dynamischer Prozess, der mehrere Jahrhunderte dauerte. Wichtige Impulse
kamen aus den südlich angrenzenden Regionen, wo es bereits seit vielen
Jahrhunderten Ackerbau und Viehzucht gab. Die frühesten Nachweise bäuerlicher
Lebensweise liegen für Schleswig-Holstein aus dem späten 5. Jahrtausend v. Chr.
von der Ostküste vor. Damals lag die mittlere Jahrestemperatur bis zu 2° C über
den heutigen Durchschnittstemperaturen. Der damalige Jahresniederschlag
unterschied sich jedoch nicht von den heutigen Werten. Es ist aufgrund neuer
Forschungen festzustellen, dass sich die bäuerliche Lebensweise anfangs nur
lokal auswirkte: Die Menschen lebten auf „Rodungsinseln“ im Wald, wo sich die
wenigen Häuser der kleinen Einzelsiedlungen und die Anbauflächen befanden. Erst
im Mittelneolithikum vor ca. 5 300 Jahren sind Landschaftsumwandlungen in
größerem Ausmaß festzustellen: Die Entwicklung von der ursprünglichen
Naturlandschaft zur vom Menschen geprägten Kulturlandschaft hatte begonnen.
Untersuchungen zur Landschaftsgeschichte des Albersdorfer Raums durch das
Ökologiezentrum der Universität Kiel haben nachgewiesen, dass es bereits während
der Jungsteinzeit größere für Ackerbau genutzte Offenlandbereiche gegeben haben
muss. Diese waren intensiven Bodenabtragungsprozessen ausgesetzt.
Die bisher bekannten Siedlungen der Steinzeitmenschen bestanden aus wenigen
Langhäusern und wurden vermutlich von nicht mehr als jeweils ca. 50 Personen
gleichzeitig bewohnt. Die ersten Ackerbauer legten unmittelbar bei den
Siedlungen per Hand Saatfurchen parallel zueinander oder über Kreuz mit
einfachen Hacken an. Erst in einem späteren Abschnitt der Jungsteinzeit wurden
von Menschen oder Rindern gezogene Hakenpflüge eingesetzt. Angebaut wurden
Getreide, vor allem Gerste und Weizenarten, sowie diverse Hülsenfrüchte wie
Erbsen und Bohnen. Die Tierhaltung beschränkte sich auf Rinder, Schafe, Ziegen,
Schweine und Hunde, am Ende der Jungsteinzeit gab es auch Pferde. Die Haustiere
wurden das ganze Jahr auf den an die Siedlungen grenzenden Waldflächen geweidet;
eine Stallhaltung gab es noch nicht.
Aus der Zeit um 3 200 v. Chr. stammen die teilweise bis heute noch gut
erhaltenen Großsteingräber, die als Bestattungsplätze für ganze
Siedlungsgemeinschaften dienten. Vor allem durch die hohe Kindersterblichkeit
lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Frauen bei 30 Jahren, bei Männern
bei 33 Jahren.
Der Steinzeitpark Albersdorf versucht auf seinem Projektgelände langfristig eine Kulturlandschaft der Jungsteinzeit in Norddeutschland aus der Zeit vor 5.000 Jahren zu entwickeln.
Die Umgebung der jungsteinzeitlichen Siedlungen wurde mit den Haustieren extensiv beweidet.
Die Felder der Jungsteinzeit wiesen einen Anteil von bis zu 50 % an Unkräutern auf. Bei der Ernte gelangten diese dann auch in das zu verarbeitende Getreide.
Die teilweise bis heute gut erhaltenen Großsteingräber sind neben ihrer Funktion als Gräber vermutlich auch Ausdruck eines ausgeprägten Ahnenkultes und dienten als Territorialmarkierungen der regionalen Siedlungsgemeinschaften.
©
Rüdiger Kelm, zuletzt geändert am: