Südseezauber: Mythos und Realität moderner Steinzeitkulturen in
Papua-Neuguinea
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Papua-Neuguinea – der Lebensraum und seine Menschen
Aufgrund der naturräumlichen Ausstattung Neuguineas und der dadurch bedingten
Abgelegenheit einzelner Regionen sind bis heute noch überraschende
naturkundliche Entdeckungen möglich. So konnten z. B. allein im August 2008
durch eine amerikanische Expedition über 50 neue Tierarten (zumeist Spinnen,
aber auch Frösche und Geckos) entdeckt werden.
Großwild hat es auf Neuguinea nie gegeben. Das größte natürlich auf der Insel
vorkommende Raubtier ist das Krokodil. Als bekannte Großtiere leben ebenfalls
der flugunfähige Kasuar, kleine Beuteltiere wie das Baumkänguruh und das Opossum
sowie das dem Seehund ähnliche Dugong auf der Insel.
Die meisten der ca. 6 Millionen Einwohner Papua-Neuguineas leben im Hochland,
obwohl dort rund 90 % der Fläche mit dichtem Wald bedeckt ist. Weltweit leben
nirgendwo anders so viele kulturelle Gemeinschaften in einem Land
zusammen wie hier. Die bis heute über 800 verschiedenen gesprochenen Sprachen
(ca. ein Viertel aller bekannten Sprachen der Erde!) zeigen an, wie viele
ethnische Gruppierungen es gegenwärtig im Land gibt. Denn die Zugehörigkeit zu
einer Gemeinschaft bestimmt sich in erster Linie nach der Sprache, dem
Wantok-System (abgeleitet vom Englischen „One Talk“). Diejenigen die zur
gleichen Gruppe gehören, sind zur gegenseitigen Hilfeleistung und Unterstützung
verpflichtet.
Hauptverkehrssprache ist gegenwärtig „Tok Pisin“, eine melanesische Form des
Pidgin-Englisch, das aus dem Kontakt der frühen englischen Siedler mit den
Einheimischen entstand und nur weniger als 1.800 Worte umfasst.
Durch die seit Jahren anhaltende Landflucht vor allem der jüngeren
Menschen in die großen, westlich orientierten Siedlungen und Städte an der Küste
kommt es häufig zu kulturellen Entwurzelungen und wirtschaftlich-sozialen
Problemen.
Papua-Neuguinea ist nach Australien das größte Land im südlichen Pazifik (Quelle: MVG 2008).
Bis heute dienen traditionelle Brücken zur Überquerung der Flußniederungen (Foto: Heiner Heine/MVG).
Die Mitglieder einer Dorfgemeinschaft im Hochland verabschieden sich in ihrer modernen Alltagskleidung vom Besuch aus Deutschland (Foto: G. Ketelsen, Meldorf).
Von Reisen in andere Länder werden nicht nur Kenntnisse und Ideen, sondern auch neue Gegenstände und Pflanzen nach Papua-Neuguinea mitgebracht – hier ist das gute Anbauergebnis von aus Dithmarschen importiertem Kohlgemüse zu sehen (Foto: G. Ketelsen, Meldorf).
In der im Südosten des Landes gelegenen, modernen Hauptstadt Port Moresby leben
etwa 290.000 Menschen (Foto: Heiner Heine/MVG).
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Rüdiger Kelm, zuletzt geändert am: