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...mehr Hinterlassenschaften der Steinzeitjäger und -bauern als erwartet
Der Urwald, der nach dem Ende der letzten Eiszeit (ca. 9500 v. Chr.) viele Jahrtausende lang nahezu die gesamte Geest bedeckte, wurde von Steinzeitjägern durchstreift. Auch im heutigen Bereich des Riesewohldes zeugen von ihnen winzige scharfe Jagdgerät-Einsätze (Mikrolithen). Zu ihrer Herstellung fertigte man zunächst kleine Klingen aus Flint, der z. B. in den Bachläufen freispülte und dort gesammelt werden konnte.
Seit etwa 5500 Jahren wirtschafteten erste steinzeitliche Bauern im Land und begannen, die vorher nahezu geschlossene Walddecke erstmals durch ausgedehnte Rodungen aufzulichten. Da sie auch ihre Haustiere in den Wäldern weiden ließen, dem Wald nicht nur Bau- und Brennholz, sondern auch z. B. belaubte Zweige als Viehfutter entnahmen, wurde der Wald noch lockerer. Vor allem sandige Böden verarmten und versauerten und konnten sich nicht wieder bewalden, so lange dort noch Vieh sein Futter suchte. So entstanden bereits in der ausgehenden Steinzeit erste größere Heidegebiete.
Wo zwei Waldbäche flintreiche Moränen der vorletzten Eiszeit durchschneiden, hat man in der älteren Bronzezeit, um 1300 v. Chr., in großen Mengen Feuerstein verarbeitet. Die Fundstelle ist die erste ihrer Art in Norddeutschland und gab den Archäologen zunächst Rätsel auf. Die grobe Zerlegungstechnik des Feuersteins zeigt, dass man offenbar keine großen Ansprüche auf Zuformung mehr stellte, sondern nur ein paar scharfe, schneidende Abschläge brauchte. Ob der Bach damals durch Wald oder Offenland floss, ist bisher ungeklärt.

Ein Abschlag, durch Sandstürme auf der kaltzeitlichen Steinwüste poliert, ist der älteste (über 20.000 Jahre alte) Beleg für menschliche Aktivität im Bereich
des heutigen Waldes. 
Mikrolith (vergrößert)  
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Eine Kollektion jägersteinzeitlicher Kleinklingen, eines einfachen "Kernbeils" (links), eines Kernstückes (rechts) sowie eines winzigen dreieckigen Mikrolithen (unten) aus einem Bachbett nordwestlich des Harkesteins. Charakteristisch für diese ca. 7000 Jahre alten Fundstücke ist oft die weißliche Patina.
Jägersteinzeitliche Klinge im Bach liegend
Klinge aus Flint, in dieser Form typisch für die steinzeitlichen Bauern, z. B. genutzt in Getreidesicheln (zwei Ansichten).
Auch die Steinzeitbauern nutzten noch Pfeil und Bogen, wie diese etwa 5000-jährige Pfeilschneide belegt.
Im Norden des Waldes fand sich diese Klinge einer Fällaxt der frühen Bauernsteinzeit, die nach langem Gebrauch zuletzt an der Schneide ausbrach, aber nicht mehr nachgeschliffen wurde.
So wie bei diesem dänischen Moorfund müssen wir uns die Schäftung der Axt vorstellen.
Artefakte (gelb) aus Waldbach im Bereich Lehrsbüttel / Röst
Ein großer von vielen hundert dort gefundenen Abschlägen
Abschlag im Bach in Fundlage, von Kriebelmückenlarven besiedelt
Schlagstein mit Spuren der Nutzung
Fundplatz, Mittelsteinzeit / Einzelfund, Mittelsteinzeit / Fundplatz, Mittel- und Jungsteinzeit / Einzelfund, Jungsteinzeit / Steinzeitlicher Einzelfund / Flintverarbeitung in Bachbetten

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