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Lage und Größe: Das heute Riesewohld genannte Gebiet liegt überwiegend auf dem westlichen Abhang eines Moränenzuges der vorletzten Eiszeit und umfasst gut 7 km2.
Name: Im Namen des ursprünglich nur in seinem Nordostteil so genannten Waldes steckt das plattdeutsche Wort Ries (Reisig) und meint eine Art Niederwald.
Untergrund und Böden: Eiszeitlicher Geschiebemergel, oben entkalkt, wechselt mit oben versauerten Kiesen und Sanden.
Alter: Die Feuchtwälder über Lehm waren seit der frühen Nacheiszeit wohl immer Wald, wenn auch durch den Menschen genutzt. In trockeneren, sandigen Partien ist die Waldkontinuität durch Teilrodungen vorchristlicher Zeit unterbrochen.
Nutzungsgeschichte: Der Wald wurde bis in jüngste Zeit ausschließlich von Bauern bewirtschaftet, was zu einer Mosaikbildung von naturbelassenem Laubwald über Nadelholzkulturen bis hin zu Schnittgrünplantagen führte. Eine einheitliche Bewirtschaftung wie in Staats-, Guts- und Kirchenwäldern fehlte. 
Waldgesellschaften: Besonders in feuchten Partien erhielten sich Waldbilder, die den längst verschwundenen Auwäldern nahe kommen. Hier treten Buche und Traubeneiche zurück, statt dessen gibt es Restvorkommen von Winterlinde sowie Flatter- und Bergulmen.
Flora: Beachtlich sind vor allem die größten zusammenhängenden Bestände von Stängelloser Schlüsselblume und von Winterschachtelhalm in Schleswig-Holstein.
Fauna: Spektakulär sind vor allem seltene unscheinbare Käferarten, darunter Anzeiger für lange Waldkontinuität.
Quellen und Bäche: Wasserstauende Tonschichten und die hier besonders hohen Niederschläge sind für zahlreiche Quellen und Waldbäche verantwortlich, die vielfach frei mäandrieren können. Die in dem sauberen Wasser lebenden Kleintiere haben sich aber auf sommerliches Austrocknen der Bäche eingestellt.
Pilzwelt: Landesweit bedeutend sind äußerst seltene Arten feuchter Laubwälder.
Schutz: Große Teile des Waldes stehen als Natura-2000-Gebiet von europäischer Bedeutung unter besonderem Schutz. Die Stiftung Naturschutz verfolgt als größter Besitzer eine Wildnisentwicklung zu naturnahem totholzreichem Laubmischwald.

Der älteste Baum des Waldes, die sagenumwobene Fünffingerlinde
Brettwurzel der Flatterulme hinter Stängelloser Primel
Über 4000jähriges Quellmoor
Die Laubfärbung am Waldrand verdeutlicht das Gemisch der Laubholzarten
Totholzreicher Laubmischwald
Junger Laubwald, der nach Rodung aus Stockausschlag hervorgegangen ist
Überall kleinere Findlinge, die größeren sind schon zerspalten und verbraucht
Bach im Winter ... und im Frühjahr
Die großen Höhlen des Schwarzspechts dienen später auch anderen Bewohnern (Foto Stecher)
Uhubrut auf einem alten Horst des Seeadlers (Foto Robitzky)
Eine Orchidee: die Grüne Waldhyazinthe
Die Schuppenwurz ist Parasit auf Laubhölzern und bildet kein Blattgrün
Köcherfliegenlarven im Bach
Diesen kleinen Rüsselkäfer gäbe es hier nicht, wenn der gesamte Wald einmal gerodet worden wäre (Foto Gürlich) 
Kriebelmückenlarven auf einem Stein am Grund eines Waldbaches 
In einem 200jährigen Siel unterquert der Bach einen Waldweg 
Nach starken Regenfällen können aus Rinnsalen Sturzbäche werden
Die Gegabelte Wiesenkoralle, Beispiel für die Aufsehen erregende Pilzwelt des Riesewohldes

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