Dithmarschen auf Touren


KO7 Landschaftskundliche Wanderung bei Depengrund (DSTART - DZIL-L, 4 km) Zurück

DSTART: Beginn an der Straße Wennbüttel-Bunsoh, Nordende der Waldlichtung
HUEG10
: Grabhügel über Depengrund
: Zwei bronzezeitliche Grabhügel: der größere ist oben stark angegraben (Bewuchs: Fichten, Traubeneiche und Buche; die beiden Laubbäume sind aus Stubben mehrstämmig wieder ausgewachsen). Westlich des Weges durch dichte Fichten-Monokulturen sehen wir links die Abhänge zum Erosionstalsystem Depengrund (Ende der Route, DEPGRD). Noch in den Landkarten von 1790/94 und 1878 ist hier reiner Laubwald verzeichnet. Dieser sowie der benachbarte unbeschädigte Grabhügel HUEG11 dürften aber zur Zeit ihrer Entstehung in der älteren Bronzezeit, um 1500-1200 v. Chr., frei sichtbar gewesen sein. Da derartige Grabhügel in der Regel aus abgeplaggten Heidesoden errichtet wurden, wird auch der größte Teil ihrer Umgebung bereits Heide gewesen sein. Wann hier der Wald entstand, ist unklar, möglicherweise während der Zeit der Siedlungsleere nach der Völkerwanderung. Bis in das 19. Jahrhundert hinein müssen wir uns einen durch Beweidung durch Vieh stark aufgelockerten "Hudewald" vorstellen; die Umwandlung des Laubwaldes in Nadelholz-Monokulturen geschah hier im Lauf des 20. Jahrhunderts.
133R - 134
: Längs des Weges und mancher Parzellengrenzen sind als Windschutz für die Fichtenanpflanzungen vielfach Reihen von Laubbäumen, hier meistens Traubeneichen, gepflanzt worden. Inzwischen bringen die Laubbäume kaum noch Windschutz und leiden durch die hochgewachsenen Fichten unter Lichtmangel.
139HL - 141
: Auch hier führt der Weg durch dunkle Fichtenpflanzungen, die fast frei von Unterwuchs sind. Wenn sich bei geringem Lichteinfall auf dem durch Nadelstreu übersäuerten Boden Bewuchs bildet, dominiert vielfach Sauerklee oder Adlerfarn. Rechts sieht man in die Fortsetzung der Depengrund-Täler; dort unten ist es jetzt feucht und z. T. quellig. In diesem Bereich gedeihen Laubbäume, hier Birken und Erlen, zahlreiche Büsche, Gräser und Kräuter.
143
: Hier kommen wir durch Jungwuchs, nachdem hier die Fichten durch Kahlschlag beseitigt wurden. Das Licht begünstigt zahlreiche Kräuter und Gräser. In der Schonung dominiert jetzt der Faulbaum, ein Busch mit ungenießbaren Beeren.
QUELLE
: Wir sind an den Hauptzufluss des Bornsbeks gelangt, der in einem z. T. tief eingeschnittenen Tal liegt. Rechts kann man vorsichtig an eine der vielen Quellen herangehen. Ein wenig weiter wird der Bach unter dem Weg hindurchgeführt. Sämtliches Wasser, was hier hindurchsprudelt, stammt aus mehreren Quellen, die sich im Tal links des Weges auf eine Strecke von ungefähr 200 m aufreihen. Weiter unterhalb wurde früher das Wasser in mindestens einem Teich gestaut, dessen Damm am Ende des Waldes noch erhalten ist (kein Weg). Statt des Teiches steht hier jetzt ein Erlenbruchwald. Bemerkenswert ist die Vielfalt von Bäumen, Sträuchern und Kräutern gegenüber den dunklen Fichtenpflanzungen.
146L
: Wir gehen an einem Gatter vorbei ein Stück einen schlecht erkennbaren Waldweg in eine Fichtenpflanzung. Von einer Geländehöhe, die durch Fuchsbauten stark durchpflügt ist (FUCHSB), können wir einen ziemlich steilen Hang zu den Quellen hinunterschauen (zurück zum Hauptweg).
152L
: Links können wir die vorhin besuchten beiden Grabhügel erkennen.
153L
: Wir waren am Rand der Hochfläche entlanggegangen, in die sich die Erosionstäler Depengrund eingeschnitten haben. Hier biegen wir nach links in das am meisten eingeschnittene Tal ein (DEPGRD). Die Erosionstäler entstanden in der letzten Eiszeit irgendwann zwischen 100 000 und 10 000 Jahren vor heute, als hier zwar keine Gletscher waren, der Boden aber bis in große Tiefe dauerhaft gefroren war. Nur die obersten ein bis zwei Meter tau-
ten im Sommerhalbjahr ab. Die Niederschläge konnten durch den Dauerfrost nicht in die Tiefe dringen und irgendwo in Form von Quellen austreten wie in einer Warmzeit, z. B. heutzutage, sondern stauten sich innerhalb der sommerlichen Auftauschicht, die dadurch leicht ins Rutschen kam und an bestimmten Stellen ganz abgespült werden konnte. Heute, unter warmzeitlichen Bedingungen, ist der größte Teil des Systems trocken. Durch späteres Nachrutschen der Seitenhänge steigt das Tal sogar vorübergehend nach Südosten, der ehemaligen Fließ- und Erosionsrichtung, wieder an!
DZIL-L
: Ende der Route; der Ausgangspunkt DSTART liegt linkerhand in der Nähe.   Zurück

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