Dithmarschen auf Touren

GO3 Geest und Moore im Winkel zwischen Kanal und Gieselau (2 Teilrouten) Karte  Zurück

Teilroute 1 GISKAN-JUTZBT – GISKAN: Eine Schleuse mit Hebebrücke überquert hier den Gieselaukanal, eine heute fast ausschließlich für Sportboote genutzte Verbindung zwischen Eider im Norden und Nordostseekanal im Süden. Der Kanal wurde 1936 erbaut, wobei seine Funktion als Schifffahrtstraße zwischen Kanal und Eider eher Nebensache war. Hauptgrund für den Kanalbau war eine Verbesserung der Eider-Entwässerung, weil es nach der Errichtung des Nordostseekanals häufigere Hochfluten mit Deichbrüchen gegeben hatte.
118R
: Wir fahren längs eines toten Arms der Gieselau, des Grenzbaches zwischen Dithmarschen und dem Kreis Rendsburg-Eckernförde, momentan außerhalb Dithmarscher Gebietes. Die Gieselau mündet heute weiter westlich bei Wennbüttel in den Kanal, dessen Bau den Unterlauf des Baches weitgehend verschwinden ließ. Der an drei Stellen unseres Weges sichtbare tote Arm mündete früher unweit in die Eider.
127HL
: Hier mündet der Gieselaukanal in die Eider, ein Bereich, der häufig von Anglern aufgesucht wird. Auf unserem Weg zum nächsten Routenpunkt (128L) links abseits der Straße ein bemerkenswertes Fachwerkhaus (FACHWK) des 19. Jahrhunderts, das in seiner Konstruktion dem unstabilen Moorboden besser angepasst ist als die rissig gewordenen Ziegelbauten der Zeit um 1900 in Schormoor (SHRMOR).
129R
: Wir durchqueren den Nordteil des Offenbütteler Moores, heute weitgehend Grünland (siehe weiter unten unter 372R).
CHRISH
: Christianshütte war ursprünglich eine Glashütte (1847 gegründet, 1878 abgebrannt). Man gewann aus dem hier vorkommenden Feinsand Glas und feuerte mit Torf und Steinkohle.
RUSGRB
: Kleiner Friedhof mit russisch-orthodoxen Holzkreuzen (erneuert) für kriegsgefangene Zwangsarbeiter aus dem ersten Weltkrieg. - Etwas weiter östlich lag im Hochmittelalter eine Adelsburg (Flur Oldenburg, keine erkennbaren Spuren). Hier in der Nähe muss auch das noch vor Ausgang des Mittelalters verschwundene Dorf Dudelbüttel gelegen haben. – Picknickbank
SWASML
: Diese Hofstelle außerhalb des Dorfes Schelrade geht auf eine Wassermühle zurück. Der Mühlendamm, teils links vom Weg, teils dessen Bestandteil, ist noch gut erkennbar. Der Stauteich wurde von dem von Westen kommenden Bach gespeist.
205L
: Wir biegen auf die Trasse der ehemaligen Kleinbahn Norderdithmarschen (Südring) ein. Teilweise ist der Bahndamm südlich des Weges gut erkennbar (KLBAN3). Bei WELHOP der ehmalige Kleinbahnhof Wellerhoop, noch mit Stationsaufschrift.
LEND-R
: In Lendern einige bemerkenswert gut erhaltene Bauernhöfe der Zeit um 1910.
JUTZBT:
Ende der Route und Start der zweiten Teilroute (2: JUTZ-R–GISKAN).
236HR
: Der Name Nordheide deutet an, dass hier vor der Kultivierung des 19. Jahrh. Heideland war.
248L
: Wir biegen auf einen in die ehemalige Gieselauniederung reichenden Geländevorspung ein, dessen Ende früher ein bauernsteinzeitliches Großsteingrab trug (Flurname Steinofen). In der nahen Kiesgrube (OKIESG) mehrfach Funde der vorrömischen Eisenzeit (500 v. Chr. - Chr. Geb.). Unweit westlich auf Bunsoher Gebiet sind auf Luftbildern Ackerfelder dieser Zeit erkennbar ("Celtic Fields").
Vor 344HL rechts im Wall wiederholt beschnittene Eschen, sog. Knickharfen.
HOFCAF
: Einkehrmöglichkeit auf einem Bauernhofcafe im Offenbütteler Ortsteil Heinkenstruck.
ECKH-L
: Der heutige Aussiedlerhof Eckhorst liegt auf einer von Niederungen und ehemaligen Mooren umgebenen sandigen Anhöhe. Auf dieser damals noch unbewohnten Sandhöhe versteckten sich die Einwohner von Offenbüttel während der Truppendurchzüge des 30jährigen Krieges.
372R
: Wir sind nun mitten im Offenbütteler Moor, eines großen noch um 1880 weitgehend unberührten Moorgebietes, das vor allem nach dem zweiten Weltkrieg ausgebeutet wurde, um die notleidenden Einwohner von Kiel mit Brennstoff zu versorgen. Der großräumige Abbau ließ nur schmale Streifen der alten Mooroberfläche zurück, heute mit Bäumen und Gebüsch bestanden. Durch Austrocknung ist auch hier die ursprüngliche Höhe stark vermindert. Die Angelteiche entstanden durch Backtorfgewinnung. - Erschrecken Sie nicht, wenn das Niederungsland plötzlich von einem großen Schiff gequert wird: der Weg führt auf den gleichhoch liegenden Nordostseekanal zu!
419L
: Wir können hier unsere Route eine kurze Strecke verlassen, um uns am Kanal umzuschauen.
Ende der Tour bei GISKAN.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

Zurück  © Volker Arnold, zuletzt geändert am: