Dithmarschen auf Touren

GM4 Geest, Moor rund um den ehemaligen Fieler See (2 Routen, 23 km) Karte  Zurück

SRZOST: Start der ersten Teilroute (SRZOST-981) am Waldrand östlich von Sarzbüttel. Der zunächst unbefestigte hübsche Weg führt am Rand des Sarzbütteler Holzes, einem Teil des Riesewohldes, entlang.
X1L
: Links neben der Einfahrt zum Acker ein großer ausgepflügter Findling.
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: Wie bekommt man für solch einen hässlichen Palast im Außenbereich eine Baugenehmigung?
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: Waldstücke um den Ort Odderade (in -rade steckt das Wort Rodung) dürften Reste eines ehemals viel größeren Waldgebietes sein. Am folgenden Waldrandweg kann man im April rechts in der Grabenböschung einige stengellose Schlüsselblumen blühen sehen (geschützt, nicht pflücken!).
X8R
: Der unbefestigte, manchmal sehr nasse Weg führt am Rand der Geest zur Mieleniederung entlang.
X9L
: In dem Waldstückchen rechts eine Kolonie von Fischreihern. Hier kann man auch häufig Kolkraben sehen und hören.
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: Durch die Moorschichten im Untergrund sackt die Straße immer wieder nach. Diese Moorschichten überdecken ältere Meeresablagerungen der vorchristlichen Nacheiszeit bzw. wechseln sich mit ihnen ab. – Die gesamte Fieler Niederung, die im Norden von der Heider, im Süden von der Meldorfer Geesthalbinsel und im Osten eindrucksvoll von dem Höhenzug des Riesewohldgebietes eingerahmt wird, wurde im Zuge des nacheiszeitlichen Meeresanstieges von der Nordsee überflutet. Nach Bildung eines kaum noch sichtbaren Strandwallsystems zwischen Hemmingstedt und Meldorf kam es hier abwechselnd zu Moorbildungen und erneuten Salzwassereinbrüchen. Zwischendurch ragen einige ehemalige Geesthöhen als Kuppen aus dem Flachland auf, das heute zum Teil knapp unter dem Meeresspiegel liegt.
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: Die Geestinsel Fiel reicht für das Dorf und einige Felder. Durch Verdriften der gesetzten Markierungen erlitt Fiel im zweiten Weltkrieg einen schweren Bombenangriff, der eigentlich die weiter westlich gelegene Raffinerie in Hemmingstedt treffen sollte.
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: In einiger Entfernung sieht man linkerhand Schilf wachsen – ein langgestreckter Schilfsumpf ist alles, was von dem einstigen Fieler See übrig geblieben ist (Naturschutzgebiet).
VOLKWT
: Volkerswurt ist keine aufgeschüttete Wurt, wie der Name vermuten lässt, sondern eine natürliche Geestkuppe wie Fiel. Der Ort wird übrigens schon 1140 erwähnt.
M82R
: Einsetzmöglichkeit für tragbare Boote zum Befahren der Nordermiele nach Süden
M79L
: Auf halben Wege zu X20R eine Brücke über die Nordermiele, hier Einsetzmöglichkeit für tragbare Boote.
X22R
: Auf halbem Wege nach 982 links als leichte Erhöhung eine verschwundene Landstelle, wo sich der Arabienreisende und spätere Meldorfer Landschreiber Carsten Niebuhr Ende des 18. Jahrhunderts einen bescheidenen Landsitz "Niebuhrslust" gebaut hat, damals am äußersten Rand kultivierten Wiesenlands nördlich des noch existierenden Fuhlensees gelegen. – Rechts eine markante Erlenreihe. – Ende der Route SRZOST-881 und Start der Route 982-991L (Teil der Fuhlenseetour, GM3).
981
: Rechts eine eintönige Schilfwildnis, der Rest des verlandeten ehemaligen Fuhlensees ("Fauler See"). Hier liegt das Land nur unwesentlich über dem Meeresspiegel. Vor der Kultivierung im 19. Jahrhundert gab es in der Mieleniederung noch mehrere flache, nährstoffreiche Seen nach Art des noch bestehenden Kudensees im Süden Dithmarschens.
985R
: Wir durchqueren ein umfangreiches Moorgebiet, das Sarzbütteler Moor. Es wurde vor allem nach dem letzten Weltkrieg für den Brennstoffbedarf von Meldorf abgebaut. Da hier ein Stechtorfabbau kaum in Frage kam, gewann man den Torf unter dem Grundwasser und verarbeitete ihn zu Backtorf, d. h. man rührte ihn zu Torfschlamm, strich ihn in Formen und trocknete ihn zu einer Art Torfbriketts. So entstanden die großen und tiefgründigen Torfkuhlen, die nun als Angelteiche genutzt werden. Viele der zwischen den Kuhlen liegenden Restmoorflächen sind inzwischen mit Buschwerk und Bäumen bestanden bzw. werden längs der Ufer gelegentlich zur Offenhaltung gerodet.
987L
: Der leichte Anstieg des Geländes weist darauf hin, dass wir wieder auf die Geest gelangen.
Ende der Tour bei 991L, wo wir links nach Osten in einen asphaltierten Weg abbiegen. Bitte nicht die weiteren Routenpunkte der Fuhlenseentour beachten! Nach 1.3 km erreichen wir unseren Ausgangspunkt SRZOST.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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