Dithmarschen auf Touren

GW5 Marsch, Küste und Köge um Friedrichskoog (1 Route FRIHAF-FSLEUS 28 km) Karte  Zurück

FRIHAF: Der Friedrichskooger Hafen lag nach der Eindeichung des Friedrichskooges (1854, ursprünglich König-Frederik-VII-Kooges, genannt nach dem damaligen Landesherren und dänischen König) hier zunächst im Außendeichsland, ohne anschließende Wohnbebauung. Der Hafen wurde dort angelegt, wo der vorherige, nunmehr abgedämmte Rugenorter Priel als Hauptentwässerung den Friedrichskoog durch ein Deichsiel verlässt. Erst nach Eindeichung des Dieksanderkooges wurde der Hafen dank der neu errichteten Hafenschleuse zum Binnenhafen; seit damals entstanden auch die umgebenden Gebäude und Wohnhäuser.
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: Durch eine Stöpe (verschließbarer Deichdurchlass, von "stopfen") führt unsere Route aus dem Dieksanderkoog, der den Hafen umgibt, in den Friedrichskoog hinein. Die Stöpen in den zweiten Deichlinien werden für den Fall eines Bruches des Außendeiches noch immer betriebsbereit gehalten und können jederzeit durch die bereit liegenden Bohlen verschlossen werden.
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: Wir sind innen am ehemaligen Südwestdeich des Friedrichskooges entlanggefahren und biegen nun in eine der Querstraßen ab. Achten Sie hier wie auch an anderen Stellen des Kooges darauf, dass die älteren Hofgebäude des Kooges noch weitgehend für Reetbedachung geschaffen wurden und die traditionelle West-Ost-Ausrichtung einnehmen.
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: Hier liegt die neue Erdöl-Förder- und Pumpstation, wo das vor Friedrichskoog unter der "Mittelplate" liegende Erdöl gefördert und per Pipeline zur Raffinerie nach Hemmingstedt gelangt.
BRNDIK
: Rechts die teilweise überpflügte große Ringdeichanlage Börndiek von 1800/01, die lange vor Eindeichung des Kooges errichtet wurde, um das damalige Vorland "Dieksand" für die Beweidung nutzen zu können. Bei Hochwasser konnte sich das Vieh selbständig in das umdeichte Areal retten, wo es Süßwasser-Tränkteiche gab (Börnen = Tränken, Diek= Deich, Teich).
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: Wir haben den nördlichen Außendeich des Friedrichskooges erreicht, der an die Meldorfer Bucht grenzt. Während der Fahrt längs des Deiches sollten Sie an einer der Auffahrten die Gelegenheit nutzen, ihn zu besteigen und die ausgedehnten grünen Vorländer in Augenschein zu nehmen. Etwa 150 m hinter dem Deich, wo das durch Schafbeweidung kurz gehaltene Gras endet, beginnt der Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Hier darf er nicht betreten werden.
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: Rechts das Rugenorter Loch, imposanter Rest eines früheren Priels, der hier durch den Deich abgedämmt wurde. Der Priel zerschnitt früher den Dieksand. Beachten Sie, dass der uns links begleitende Deich gleich niedriger wird: Hier zweigt der Außendeich des 1899 fertiggestellten Auguste-Viktoria-Kooges ab, so dass für den älteren Deich kein Erhöhungsbedarf mehr bestand.
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: Wir durchfahren auf der Hauptstraße den Koog, der nach Auguste Victoria, der Gattin Kaiser Wilhelms II, benannt wurde. Im Gegensatz zum Friedrichskoog haben hier die älteren Gebäude die für Pappbedachung typische flache Dachneigung.
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: Durch eine Stöpe (siehe oben) gelangen wir wiederum in den Friedrichskoog.
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: Links die zweite, bereits 1786 angelegte Ringtränke zusammen mit einem architektonisch auffälligen Wohnhaus aus der Anfangszeit des Friedrichskooges.
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: Fahrt am Grenzdeich zwischen Friedrichskoog und Kronprinzenkoog. Wir können uns aussuchen, auf welcher Seite des Deiches wir fahren. Die Westseite ist ohne Häuser und Höfe.
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: Abstecher in den 1787 eingedeichten Kronprinzenkoog zum Friedhof an der neugotischen Kirche (1883). Hier bei KANBOT eine nach 1864 errichtete Gedenkstele zum Andenken an die durch Schiffbruch umgekommene Besatzung eines Kanonenbootes der Schleswig-Holsteinischen Armee aus der Zeit der Erhebung 1848-51. Wir fahren den gleichen Weg zurück.
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: Wir sind wieder im Dieksanderkoog, 1935 als Adolf-Hitler-Koog eingeweiht. Achten Sie auf die gleichartige Bebauung aus der Zeit der Aufsiedlung des Kooges, bei der damals überwiegend "verdiente" Parteimitglieder Berücksichtigung fanden.
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: Links auf einer älteren Wurt, die noch vor der Bedeichung angelegt wurde, die Neulandhalle von 1935/36, ein Beispiel der Architektur der nationalsozialistischen Zeit (heute Jugendfreizeitzentrum).
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: Je nach Wind und Wetter können Sie die vorgeschlagene Außendeichsroute nehmen oder innendeichs bleiben. Vom Deich Blick über die Unterelbe sowie auf die andere Elbseite mit der markanten Erhöhung der Wingst und dem Kirchturm von Otterndorf.
Ende der Tour bei FSLEUS, von wo wir hafenseitig (Kutterflotte!) oder landseitig des Hafen-Flügeldeiches unseren nahen Ausgangspunkt FRIHAF erreichen.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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