Dithmarschen auf Touren

GH2 Landschaft und Geschichte im Osten und Norden von Heide (2 Teilrouten, 24 km) Karte  Zurück

Teilroute 1 BEISHA-SMOR-L – BEISHA: Durch moorige Niederungen im Norden und Süden wurde und wird hier die Durchquerung eingeengt und wurde in Mittelalter und früher Neuzeit durch Landwehren (Systeme von Wällen und Gräben) kontrolliert. Davon sind noch wenige Wallreste und Erdbastionen für Geschütze unmittelbar südlich der Straße und östlich des Standpunktes übrig (17. Jahrh.). Die Befestigungen aus der Zeit des Bauernfreistaates sind ebenso längst verschwunden wie das eine Umgehung verhindernde "Hammholz", ein dichter Wald.
862L:
Wir gelangen in das Rüsdorfer Moor, ein einst umfangreiches Gebiet mit Niedermoorflächen und eingestreuten Hochmooren - heute Anglerteiche in Kuhlen, die durch Backtorfgewinnung entstanden, sowie Gebüschflächen und aufgelassenes Wiesenland auf abgetorften Hochmoorresten.
863L
: Der Weg verläuft als Damm, denn hierunter wurde kein Moor abgebaut. Da Torf durch Austrockung und Zersetzung schrumpft, muss man sich die ursprüngliche Hochmooroberfläche wenigstens einen Meter höher vorstellen. Östlich des Weges der "Landgraben", Fortsetzung der Schanze.
867HR
: Der Weg senkt sich zu einem Graben, der die historische Grenze zwischen Norder- und Süderdithmarschen (1581-1970) bildete.
869L
: Nach kurzer Fahrt auf der Landesstraße in der westlichen Straßenböschung ein Grenzstein (GRZST1, nicht mehr am ursprünglichen Ort). Auch er markiert die historische Grenze (siehe oben).
872R:
Wir biegen in einen Weg zum Süderholmer Wald ein, der sich später verliert, so dass wir ab 873 teils auf Spuren, teils (auf geringer Entfernung) ohne Weg den Wald durchqueren. Hier muss das Fahrrad auf größere Strecken geschoben werden. Wem dies zu umständlich ist, sollte von hier direkt durch Süderholm zu 880R fahren.
874:
Querbeet durch den Wald bis zum Beginn einer Fahrspur bei 875. Ab dort östlich deutlich erkennbare parallele, durch grabenförmige Einsenkungen voneinander getrennte Beete: Spuren aufgelassener Streifen- oder Hochäcker wahrscheinlich mittelalterlichen Ursprungs.
877:
Querbeet bis zu einem zugewachsenen Wegende bei 878.
879L:
Wir treffen auf den Klaus-Groth-Wanderweg und folgen ihm nach Westen. Nach links in den Wald ist auf einem Weg ein Abstecher zum zerstörten Süderholmer Steingrab (SUGRAB) möglich.
881L:
Nach Überquerung der Asphaltstraße sind wir in einen Teilbereich des Süderholmer Moores gelangt, wo mehrere durch Bäume und Weidengebüsch umstandene Teiche von der früheren Nutzung durch Backtorfgewinnung zeugen.
SMOR-L:
Ende der Route und Start der zweiten Teilroute (2: SDHMOR-BEISHA)
SDHMOR
: Hier beginnt das Süderholmer-Ostroher Moor, das weitgehend durch intensive Backtorfgewinnung in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt ist. Die dadurch entstandenen ausgedehnten Teichlandschaften dienen heute als Angel- und Erholungsgebiet. Eine Besonderheit ist das z. T. massenhafte Auftreten des Königsfarns, des größten Farns Mitteleuropas, z. B. bei KFARN1.
GRNZGR
: Grenzgraben zwischen dem Süderholmer (heute Heider) und Ostroher Anteil des Moores.
OSTR-R
: Hier "Friedenseiche" von 1872. Ein Stück weiter geradeaus, abseits unserer Route, die gewaltige, noch ältere Dorfeiche, von einer Bank umstanden.
839L
: Einige Häuser weiter rechts Richtung Süderheistedt Walter Thedes privates Zweiradmuseum.
895R
: Die "Kreistannen" (hierzulande werden Fichten oft fälschlich als Tannen bezeichnet) wurden Ende des 19. Jahrhunderts systematisch auf vorher tiefgepflügtem Heidegebiet angepflanzt. Damals wurde das regelmäßige Grabensystem angelegt. Da der Wald nach dem zweiten Weltkrieg fast völlig abgeholzt wurde, gibt es kaum ältere Bäume. Die Fichte dominiert neben Lärchen und Kiefern.
898HL
: Ein kleines Stück weiter führt bei STNOF1 ein Pfad in einem Kultivierungsgraben zum "Steinofen" (STENOF), einer restaurierten Grabkammer aus der Bauernsteinzeit. Durch Steinausbeutung um 1800 fehlen dem Grab heute wohl zwei Decksteine sowie wahrscheinlich auch ein Tragstein; ein weiterer, aus der Lage gerückter Tragstein wurde aus Bruchstücken ergänzt.
899L
: Ein Stück weiter ist östlich im Wald ein Grabhügel bronzezeitlichen Typs erkennbar. - Wir können statt des Hauptweges auch die dicht daneben verlaufenden Waldwege benutzen. Bei WALCAF Einkehrmöglichkeit in das "Waldcafé".
900HR
: Während der Hauptweg links abbiegt, halten wir uns halbrechts/geradeaus in den Wald und erreichen schließlich ein kleines Birkenwäldchen mit einzelnen Buchen, das Südende des Forstes.
HGALGBG
: Drei (ehemals mehrere) bronzezeitliche Grabhügel, von denen einer im Mittelalter und in früher Neuzeit den Galgen getragen haben soll. Nach einer Überlieferungsversion soll hier der Reformator Heinrich von Zütphen 1524 verbrannt worden sein. Gegenüber die Rennbahn, kurz vor 1912 als Traberbahn gebaut und ab 1925 zum "Autodrom" umgestaltet. Sie diente im zweiten Weltkrieg als Lager für gefangene russische Zwangsarbeiter, hier gab es viele Tote.
Hinter 904HR: Statt des vorgesehenen Pfades über den Fuchsberg (FCHSBG) können wir auch bei KLBAN1 auf der Trasse der einstigen Kleinbahn Norderdithmarschen bis KLBAN2 fahren, anschließend einen Plattensteg bis PLATWG und von dort aus unsere Route wieder bei 905L erreichen.
907L
: Bis 908R führt der Weg ebenfalls auf der Trasse der einstigen Kleinbahn (Damm zunächst dicht nördlich des Weges, dann in den Weg übergehend), allerdings auf dem südlichen Teil der Ringtrasse durch die Norderdithmarscher Geest.
Ende der Tour nahe der Heider Schanze (siehe oben) bei BEISHA.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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