Dithmarschen auf Touren

GM2 Landschaft und Archäologie im Osten und Südosten von Meldorf (2 Teilrouten, 24 km) Karte  Zurück

Teilroute 1 TROTZB-BEIHES – TROTZB: An den westlichen Vorsprung der eigentlichen Meldorfer Geesthalbinsel setzt nach Süden ein Strandwall an, der vor ca. vier Jahrtausenden durch die damals noch bis an den westlichen Geestrand Dithmarschens reichende Nordsee geschaffen wurde. Nahe der südlichen Ortsgrenze Meldorfs ist er durch den Ausfluss der Süderau durchbrochen. Das einst mit Dünen überdeckte landwirtschaftlich wertlose Land diente früher auch ärmeren Bevölkerungsschichten zur Ansiedlung. Trotzenburg ist ein Spottname für eine ärmliche Landstelle.
MVELUX
: Hier quert die Bahnstrecke in einem niedrigen Ausläufer der Windberger Niederung.
913
: Links ein größerer Grabhügel auf der markanten Wolmersdorfer Geesthöhe.
917
: Wir haben die letzten Häuser Wolmersdorfs hinter uns gelassen und befinden uns am Rand der Geest. Vor uns erstreckt sich die Windberger Niederung, eine ehemalige Meeresbucht, die in vorchristlicher Zeit durch Strandwallsysteme (Elpersbüttelerdonn) vom offenen Meer abgeschnitten wurde und zu einer amphibischen Landschaft verlandete, die später zu Grünland kultiviert wurde.
SUDRAU
: Fußsteg über die Süderau. Weiter östlich erstreckte sich noch Ende des 19. Jahrhunderts der Windberger See, der endgültig Kultivierungs- und Entwässerungsmaßnahmen der 1930er Jahre zum Opfer fiel.
923L
: Hier am nordöstlichen Ortsrand von Windbergen bestand im 19. Jahrhundert eine von sechs Töpfereien.
927L
: Der übernächste Stichweg links weist zu einem Bereich, in dem vom Flugzeug aus eisenzeitliche Ackerspuren ("Celtic Fields") zu erkennen waren. Im Gelände sind sie nicht sichtbar.
WODANB
: südlich des Weges der Anstieg zum Wodansberg, einer Anhöhe, deren heutiger Name vom historischen (Wohnslag) im Sinne einer kultischen Deutung abweicht. Oben bei FRENSG die Grabstelle des Romanciers und damaligen Bestsellerautors Gustav Frenssen (1863-1945), der durch seine Annäherung zum Nationalsozialismus heute umstritten ist. – Die Anhöhe selbst ist durch Erdentnahme und frühere Militäranlagen stark verändert.
WNHUEG
: Am Weg unterschiedlich gut erhaltene Grabhügel bronzezeitlichen Typs, Reste einer breiten Streuung ehemaliger bronzezeitlicher Grabhügel zwischen Windbergen, Wodansberg, Heese und Gudendorf. Hier gab es noch im 18. Jahrhundert ausgedehntes Heideland, wovon gelegentlich Heidevegetation an den Wegrändern zeugt.
BEIHES:
Ende der Route und Start der zweiten Teilroute (2: WNHEES-TROTZB). Wir betreten die Windberger Heese, einen alten, teilweise in Nadelgehölz veränderten Bauernwald. Wem die Waldpfade mit dem Fahrrad zu mühsam sind (vielfach muss geschoben werden), sollte die Umgehung über HSUMG1 und HSUMG2 zu 940R nehmen, verpasst aber manche schöne Stelle. Alternativ kann auch der kurze Waldweg direkt zu 936HL genommen werden.
936HL
: Mitten in der Heese links unseres Weges zwei größere Grabhügel, die bei voller Belaubung ggf. schwierig zu entdecken sind.
WINMUL
: Die Windberger Windmühle ist zur "Wohnmühle" verändert und nicht mehr betriebsfähig.
944HL
: Links vor einem Wohnhaus eine auffallend große alte Eibe.
945L
: Ein Stück weiter links an der Windberger Hauptstraße die Kirche, die auf eine seit kurz vor 1495 aufblühende Wallfahrt zurückgeht. Ein Bauer soll hier ein (erhaltenes) bronzenes Kruzifix ausgepflügt haben. – Ein Stück hinter den letzten Häusern Windbergens verlassen wir die Geest.
949R
: Links von uns erstrecken sich sandige, leicht erhöhte Maisäcker. Sie liegen auf den ältesten Teilen des Strandwallsystems, das sich in den vorschristlichen Jahrtausenden als Abschnürung der Süderau-Meeresbucht bildeten. Nur die auf die Strandwälle aufgewehten, inzwischen verflachten Dünen überragen die Niederung. Der etwas später entstandene, weiter westlich liegende Haupt-Strandwall ist durch den aufgepflanzten Kiefernwaldstreifen markant erkennbar.
951L
: Wem dieser "Weg" längs der Süderau zu mühsam ist, sollte zu 950R umkehren und dort direkt auf 954R zusteuern.
ELPDON
: Rechts ehemalige Sandgrube; hier wurde eine Siedlung des 3./4. Jahrhunderts nach Christi abgegraben. Ein stehengebliebener Sockel zeigt die ehemalige Geländehöhe.
957HL
: Ein Pfad führt durch eine Kiefernanpflanzung zu einem Fußsteg (959) über die Süderau.
Ende der Tour beim Ausgangspunkt TROTZB.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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