Dithmarschen auf Touren

GW4 Küstenentwicklung und Spuren der Siedlungsgeschichte der Marsch um Wesselburen (37 km) Karte  Zurück

Teilroute 1 (von zwei) SPRPRK-ADEIC3 – SPRPRK: Das 1973 fertiggestellte Eidersperrwerk ist vor allem deswegen errichtet worden, um 63 km Deichstrecke von hier bis zur älteren Eiderabdämmung bei Nordfeld von der aufwendigen Verstärkung und Unterhaltung als Seedeiche abzukoppeln sowie die Orte Tönning und Friedrichstadt zu schützen - eine Konsequenz aus der verheerenden Sturmflut von 1962. Das Sperrwerk wird im allgemeinen nur bei Sturmfluten geschlossen. – Imbiss am Parkplatz; Einkehrmöglichkeit nördlich des Sperrwerkes auf der Eiderstedter Seite.
HUNDKN
: Hundeknöll wurde ein vorspringendes Vorland genannt, das teilweise in den 1862 eingedeichten Wesselburener Koog eingezogen wurde, den wir nun durchfahren.
WSBURG
: Die "Borg" ist der Rest eines großen Ringdeichs von 220 m Durchmesser mit ursprünglich drei Tränkstellen, die der Frischwasserversorgung des während des Sommers im unbedeichten Vorland weidenden Viehs dienten. Die Ringtränke entstand 1819 lange vor Eindeichung des Kooges.
571L
: Hier ab der Badestelle des Wesselburener Kooges fahren wir viereinhalb Kilometer längs des Seedeiches. Radfahrer können sowohl auf der See- wie auch auf der Landseite fahren.
573
: Wir verlassen den Wesselburener Koog und durchfahren ein 1972 eingedeichtes Gebiet. Der Höhen- und Ausbauunterschied zwischen dem heutigen Seedeich vor uns und dem bis 1972 aktiven (rechts) ist augenfällig. Sielgebäude bei 574HL.
576L
: Wir erreichen den Innendeich des Kooges, Seedeich bis 1972, und durchqueren den anschließenden Heringsander Koog von 1601.
578R
: Wir fahren längs des ehemaligen Außendeiches des "Alten Feldes", eines der wenigen Köge Dithmarschens aus der Zeit vor 1500. Hier z. T. ältere Häuser z. B. bei HELHUS, mit Fachwerkgiebel. Weiter nach Süden eine Reihe von Wehlen, Wasserlöchern, die bei früheren Deichbrüchen entstanden, so die sog. BRILLE, zwei mit einem Arm verbundene Wasserstellen.
HELSHN
: Von Hellschen Abstecher zu einer weiteren Wehle im Süddeich des Heringsander Kooges (HELWEL). Sie entstand 1634 bei einem Deichbruch vor dem Bau des benachbarten Hedwigenkooges (1696) und zeigt sehr deutlich, dass man diese nach einem Deichbruch sehr tiefen Kolk- und Strudellöcher im allgemeinen seeseitig, hier nach Süden, mit einem "halben Mond" umdeicht hat.
405L
: Wir queren den früheren Außendeich des "Alten Feldes" mit dem Rest einer Stöpe (schließbarer Durchlass) und kreuzen bei ALTDEI den flach gepflügten ältesten Seedeich (um 1100), dessen Verlauf besser aus den nur schwer erreichbaren schilf- und baumumstandenen Wehlen hervorgeht.
584L
: Links vor der Hauptstraße eine mittelalterliche, heute unbewohnte und überpflügte Wurt.
585L
: Randlich berühren wir die alte Dorfwurt Süderdeich, die aber vom ältesten Deich einige hundert Meter entfernt liegt und ihre Ursprünge wohl schon in der Zeit vor der ersten Bedeichung hat.
586R
: Unser Weg geht bis einschließlich Norddeich immer auf der Linie des ältesten Seedeiches.
NORDEI
: Norddeich ist eine langgestreckte Dorfwurt, die mit dem ältesten Deich zusammenfällt. Hierher stammt Ralves Karsten, der sich durch Überfälle gegen die Handelspolitik Hamburgs wehrte und während schwerer Unruhen zwischen verfeindeten Dithmarscher Parteien 1434 ermordet wurde.
ADEIC3:
Links, etwas weiter westlich, deutlich erkennbare Reste des ältesten Deiches, der hier bis um 1600 Seedeich war. Ende der Route und Start der zweiten Teilroute (2: ADEIC4-SPRPRK).
595L
: Wir sind am Rand der deutlich erhöhten Dorfwurt von Schülp. Die langgestreckte Wurt entstand wahrscheinlich im Frühmittelalter weit vor der ersten Bedeichung, in deren Verlauf sie um 1100 einbezogen wurde. Schülp steht seit Ende des 19. Jahrhunderts für Blumenzucht, z. B. Begonien.
SWEIDE
: Wir haben bei Schülp die älteste Deichlinie verlassen und befinden uns in der 1600 eingedeichten Schülperweide, bei deren Außendeich (599) wir wieder den Wesselburener Koog erreichen.
602R
: Wir fahren zweieinhalb Kilometer längs des Innendeiches des Wesselburener Kooges.
604HL
: Statt des vorgeschlagenen Weges an der Innenseite des Deiches können wir auch halbrechts außendeichs fahren, müssen aber spätestens bei HILWEL wieder nach innen wechseln.
HILWEL
: Die Wehle (mit Bank) zeugt von einem Deichbruch von 1825. Links die Ansiedlung Hillgroven im Hillgrovener Koog (1599). Ab hier wird der Deich höher, da er noch bis 1972 Seedeich war.
605HR
: Wir wechseln zur nordwestlichen, äußeren Deichseite und fahren bis 608L, um hier auf den ehemaligen Sommerdeich von 1883 abzubiegen - einen der letzten erhaltenen Dithmarschens. Vor allem im 19. und frühen 20. Jahrh. spielten die Sommerköge eine große Rolle in der Landwirtschaft. Man deichte Vorländer durch niedrige, flache Deiche ein, die nur für den Flutschutz im Sommerhalbjahr taugten. In stürmischen Wintern wurden diese Sommerköge überflutet und konnten deswegen weder bebaut noch für Ackerbau genutzt werden, sondern ausschließlich für die Weidewirtschaft.
SOMKOG
: Eine große Wehle zeugt von einem folgenschweren früheren Deichbruch.
611
: Wir verlassen den "Neuen Sommerkoog" von 1883 und gelangen in den Wesselburener Koog.
Ende der Tour beim Ausgangspunkt SPRPRK, dem Parkplatz am Eidersperrwerk.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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