Dithmarschen auf Touren

GS4 Geest, Moore, Grabhügel und ehemalige Heidegebiete um Schafstedt (34 km) Karte  Zurück

Teilroute 1 (von 2) HOHORN–FRST-L – HOHORN: Start am Fähranleger Hohenhörn (Einkehrmöglichkeit). Die Dithmarscher, die auch nach der Eroberung 1559 das Privileg der Zollfreiheit behielten, wurden dennoch des öfteren zur Zollzahlung in Hanerau herangezogen. Um die Zollstelle in Hanerau zu umgehen, baute man Anfang des 17. Jahrh. den "Neuen Weg" bis zur Grenze bei Hohenhörn. Die Hanerauer Gutsherren reagierten prompt mit einer neuen Zollstelle in Hohenhörn...
OCHSKP
: Rechts ein höher gelegener Acker, die "Ochsenkoppel". Die Stelle soll ihren Namen von den hier nahe der Zollstelle rastenden Ochsenherden haben. Die Ochsenkoppel lag vor Erbauung des Nordostseekanals zwischen zwei Bächen, von denen der Schafstedter Mühlenbach noch übrig ist und an dieser Stelle in den Kanal mündet, während der zweite dem Kanal zum Opfer fiel. Gezielte Suche und Ausgrabungen förderten eine Unmenge steinzeitlicher Feuersteingeräte zu Tage (überwiegend Großsteingrabkultur), die auf eine ortsfeste Siedlung früher Bauern schließen lässt.
100R
: Über eine Treppe verlassen wir den Randweg des Kanals.
206L
: Einige hundert Meter nördlich von hier entdeckte der Eggstedter Heimatforscher Johann Peters einen archäologisch bedeutsamen Lagerplatz späteiszeitlicher Rentierjäger (um 9000 v. Chr.).
208HR
: Wir kommen in den Bereich des Eggstedter Moores, das vor allem in Notzeiten des 20. Jahrhunderts intensiv ausgebeutet wurde (Backtorfgewinnung, deswegen die großen und tiefgründigen Moorkuhlen). Noch vor EGGMOR kreuzen wir einen Stichkanal, der früher die Verschiffung des abgebauten Torfs über Holstenau und Stör in die Elbe erlaubte.
EGST-L
: In Eggstedt kann man, falls geöffnet, das kleine Heimatmuseum (EGGMUS) besuchen.
EGGBAT
: Ein kleiner Pfad führt rechts zu einer Gruppe bronzezeitlicher Grabhügel (EGGHUG). Ein kleiner Aussichtsturm läßt ein sehenswertes Panorama erleben.
SUHA-R
: Wir berühren das Kirchdorf Süderhastedt nur randlich. Am anderen Ende des Dorfes die sehenswerte mittelalterliche Kirche, u. a. mit einem spätmittelalterlichen Schnitzaltar ausgestattet.
507HL
: Wir nehmen den reizvollen alten Landweg von Süderhastedt Richtung Meldorf.
SHNZ-L
: Hier, kurz bevor der Landweg bei der Weddelkate die Weddelbek kreuzt (Weddel = Furt), waren im Luftbild Spuren einer aus mehreren parallelen Gräben aufgebauten Landwehr erkennbar, die ansonsten keine Reste in der Landschaft hinterlassen hat. Vom Typ her ist sie mittelalterlich.
FRST-L:
Ende der Route und Start der zweiten Teilroute (2: LTAN-R–HOHORN)
LTAN-R
: Wir biegen vom Forstweg in die "Landschaftliche Tannenkoppel" ein, wie dieser Kreisforst fälschlich heißt (kaum Tannen). Die Aufforstung der früheren Heide begann hier im 19. Jahrhundert.
LTAN-L
: Ein wenig weiter versteckt ein Grabhügel (LTNHUG). Im weiteren Wegverlauf weisen freie Flächen rechts auf das "Landschaftliche Hochmoor" hin (die "Landschaften" waren die Vorgänger der Landkreise). Im Bereich von Torfstichen vereinzelt erneute Torfbildung. Bitte nicht betreten!
LHEIDE
: Wir kamen an einer Freifläche vorbei, wo man durch Entfernen der Grasbulte das Heidewachstum teils erfolgreich förderte. Wem der Weg zu schwierig ist, kann über LTNUMG direkt 560R ansteuern. – Ein tiefer Graben im Wald sollte einst das Moor austrocknen, was nur zum Teil gelang.
563HL
: Etwas südlich das Kiebitzmoor (KIBMOR), das man von einem südlichen Randweg einsehen kann. – Wir biegen in einen unbefestigten alten Landweg ein, der an einem Grabhügel vorbeiführt.
568L
: Dreihundert Meter westlich von uns die frühere Schafstedter Wassermühle.
569R
: Links der Ziegelhof, wo neben einer Ziegelei um 1800 auch eine Töpferei bestand.
ELNMOR
: Ein kurzer Stichweg führt zum waldumkränzten Elendsmoor. Eine erneute Vernässung vor zwei Jahrzehnten verhinderte zwar den Birkenaufwuchs, doch neues Torfwachstum unterblieb.
614HR
: Wir durchqueren den weitgehend zu Nadelholzforst umgewandelten Schafstedter Wald.
GRNZWG
: Der Landweg bildete von hier aus nach Norden die Grenze Dithmarschens zu Holstein, nämlich zum Amt Hanerau (heute Kreisgrenze). An jeder Biegung des Weges finden sich an dessen Ostrand insgesamt sieben gespaltene Granitstelen der Zeit um 1800 mit den Buchstaben SD für Süderdithmarschen und H für Hanerau, so auch an dieser Stelle sowie bei 619.
681R
: Ein paar Schritte weiter nordöstlich bei BORNGZ ein alter Gemarkungsgrenzstein zwischen "Lütjen Bornholt" und "Schaafstedt". Wir biegen aber vorher rechts einen Pfad in das Dickicht ein.
682HR
: Wir haben einen alten, früh und gut gemischt aufgeforsteten Teil der Kanalkippe erreicht und kommen noch vor 683L an dem kleinen reetgedeckten ehemaligen Forsthaus vorbei.
992L
: Dieser Teil der Kanalkippe sollte im letzten Weltkrieg zu Uboot-Bunkern ausgebaut werden, wozu es nicht mehr kam. Die Treibstoffversorgung von der Raffinerie Hemmingstedt aus war durch eine Pipeline vorbereitet. In der Nähe verlassene kleinere Bunker, z. T. auf Bundeswehrgelände.
993R
: Ein kurzer inoffizieller Trampelpfad führt wieder zum Begleitweg des Kanals (994R).
Nach Unterquerung der Autobahnbrücke Ende der Tour beim Hohenhörner Fähranleger (HOHORN).   Zurück



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