Dithmarschen auf Touren

GN4 Steinzeitküste, Strandwälle und Moore rund um den ehemaligen Steller See (1 Route) Karte  Zurück

DAMBRK: Start der Route (12 km) etwas nordwestlich der "Dammbrücke" über die Broklandsau (Histour-Infoschild südöstlich der Brücke). Hier beginnt der sog. Gerichtsweg durch das Moor, dessen Name einer Zeit entstammt, als Lunden in der frühen Neuzeit noch ein Gericht hatte. Er ist wohl identisch mit dem für 1402 bezeugten Ulerdamm, einer alten Abdämmung der Broklandsau, die früher Ulra hieß und deren Auslauf hier bei Dammbrück wohl als Hafen diente. Ein Bruch des Dammes machte es den Dithmarschern damals unmöglich, geschlagene und fliehende Holsteiner zu verfolgen.
SPFAHL
: Hier im früheren Moor an der Grenze von Fedderingen zu Bargen soll der Sage nach ein "Schwarzer Pfahl" gestanden haben, an dem ein kopfloser Mann umging. – Ringsum Torfstichgebiete. Ein großer Teil der umgebenden Niederungen war noch Ende des 18. Jahrhunderts unkultiviertes Moorland (Niedermoore mit eingesprengten Hochmooren) und wurde im 19. und 20. Jahrh. schrittweise durch Entwässerung und Kultivierung in Grünland verwandelt. Heute sind die meisten Flächen wieder aus der Kultur genommen und sich selbst überlassen. Endstadium der Entwicklung werden ausgedehnte Weiden- und Erlenbruchwälder sein.
GERIWG
: Hier erreicht der Gerichtsweg die Lundener Düne, ein ehemaliges Strandwallsystem, das im dritten und zweiten Jahrtausend vor Christus durch Meeresströmungen entstand und auf dem sich Dünen bildeten, deren Großteil dem Sandabbau zum Opfer fiel. Der Riegel der Lundener Düne hat die Bildung festgründiger Seemarschen östlich von ihr verhindert, statt dessen bildeten sich Moore und flache Seen wie der ehemalige Steller See.
808R
: Vorher rechts im Bereich einer Spedition erhaltene Dünen, bestanden mit einzelnen Kiefern.
BARGEN
: Der Name der Ansiedlung kommt von den "Bergen", wie die Dünen in der ansonsten flachen Landschaft genannt wurden. Anders als der Name des benachbarten Wittenwurth vermuten lässt, handelt es sich um keine aufgeschüttete Wurt, sondern das verbreiterte Südende der Lundener Düne. "Witten" bezeichnet den hellen Dünensand.
841L
: Wir verlassen die Lundener Düne in Richtung des einstigen Steller See, heute ein ausgedehnter Schilfsumpf, in dem bei Frost in großen Partien Reet für die Dachbedeckung gemäht wird.
STBANK
: Hier Bank. – Südende der Schilfflächen des ehemaligen Steller Sees.
FDWURT
: Hier beginnt kaum merklich eine flache Geestinsel, (fälschlich) Wurth genannt. Hier kommt allmählich die alte Steinzeitküste, die sich hier vor ca. 6000 Jahren erstreckte, zum Vorschein; vom Flugzeug aus kann man unter günstigen Umständen alte Geröllstrandwälle im Grünland dicht links von uns erkennen. Hier wurde eine Küsten-Jagdstation der ausgehenden Mittelsteinzeit ausgegraben. Eine deutlicher erkennbare Fortsetzung dieser südwest-nordöstlich gerichteten Küstenlinie, die früher als das Lundener Strandwallsystem entstand, ist das Klev beim nahen Kleve.
Letzter Punkt der Tour bei N43R, wo wir rechts nach 1 km den Ausgangspunkt DAMBRK erreichen.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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