Dithmarschen auf Touren

GW3 Küste, Marsch, Geestrand und Besiedlungsgeschichte um die Dithmarscher Bucht (50 km) Karte  Zurück

Teilroute 1 (von 2) WTWURM–BUN5-R – WTWURM: Informationszentrum des Nationalparkamtes im "Wattwurm" genannten Gebäude im "Speicherkoog-Nord"; geöffnet bis auf eine Winterpause. – Der 1978 fertiggestellte Koog dient überwiegend zur Deichverkürzung und zur Entlastung des Hinterlandes vor rückstauendem Süßwasser. Ein großer Teil wird landwirtschaftlich genutzt, andere Bereiche dienen dem Naturschutz oder Freizeitaktivitäten. Der Koog ist nicht dauerhaft bewohnt.
421L
: Unsere Route führt innen am Seedeich entlang; links das Naturschutzgebiet Kronenloch mit Restwasserflächen, gut überblickbar vom Deich. Wenn Sie nur durchfahren und nicht baden wollen, brauchen Sie an der Kasse nichts zu zahlen! – Fahren hier Kraftfahrzeuge, machen Sie bitte Ihren Unmut deutlich, da weitaus den meisten Fahrten die Berechtigung fehlt. Alternativ bis 422 an der Seeseite des Deiches. Achten Sie dort bitte auf die rot-weißen Signalbälle. Sind sie hochgezogen, was selten vorkommt, darf der anschließende Bundeswehrkoog samt der umliegenden Deiche und der vorgelagerten Außenländereien wegen Schießversuchen nicht betreten werden.
HLMSND
: Zu den festgesetzten Zeiten vom August bis März kann man per Fahrrad oder zu Fuß den Helmsand aufsuchen, früher eine kleine Insel in der Dithmarscher Bucht, die in den 1930er Jahren mit der damals weiter entfernten Küste durch einen Damm verbunden wurde (durch Bau des Speicherkooges verkürzt). Hier kann man alle Stadien der Watt- und Vorlandbildung studieren. Anfang August Blüte von Halligflieder (nur wenige Pflanzen) und etwas später der Strandaster, beides fliederfarben. Im Winterhalbjahr können zahlreiche hier rastende Vogelschwärme beobachtet werden.
423
: Auch der auf dem Festland liegende Teil des Helmsanddammes weist genau auf den Meldorfer Kirchturm. Ungestört fährt man an der Nordseite des Dammes (links). Südlich der "Bundeswehrkoog" oder Speicherkoog-Süd, der seit der Eindeichung 1972 zur militärischen Nutzung bestimmt ist.
426HR
: Der unseren Weg begleitende Deich war bis 1972 Außendeich.
EESCH
: Dorfwurt im Zuge der ältesten, um 1100 errichteten Deichlinie, aber älter als sie. Am vorgeschlagenen Weg möglicherweise zudringliche Hunde; Umgehung von Eesch direkt zu NBUSWT.
ADEIC1
: Von Eesch aus sind wir an dem ehemaligen Außendeich eines wahrscheinlich noch spätmittelalterlichen Kooges entlanggefahren (15. Jahrh.?).
NBUSWT
: Das Wurtendorf Busenwurth besteht aus zwei getrennten Dorfwurten, Norder- und Süderbusenwurth. An diese in die Eisenzeit zurückreichenden Dorfwurten lehnte sich später der älteste Deich an, der allerdings zwischen den beiden Nachbarwurten nicht mehr als Erhöhung erkennbar ist, dagegen aber als Senke der Verlauf eines alten Priels. In Norderbusenwurth eine wahrscheinlich 1601 gegründete Kapelle, die 1959 einem Neubau wich. Einkehrmöglichkeit an der Bundesstraße 5.
SBUSWT
: Erfolgreiche Ausgrabungen in Süderbusenwurth konnten die Gründungsgeschichte der Wurt vom 1. bis 3. Jahrh. n. Chr. klären. Unterbrechung der Besiedlung bis zum Frühmittelalter.
428R
: Rechts ein ansehnliches Gebäude der Zeit um 1900 mit stattlicher Kamm-Eiche. Wir benutzen ein Stück die Bundesstraße 5, die hier auf der Linie des ersten Seedeiches verläuft.
429L:
Am Horizont der Klev, die im 6. bis 4. vorchristlichen Jahrtausend aktive Geest-Steilküste.
BRLMUL
: Am Nordende von Barlt die gepflegte, noch für den Eigenbedarf mahlende Windmühle.
BAKIRC
: Barlt ist ein Reihendorf, das erst um 1200 nach dem Bau der ersten geschlossenen Deichlinie in der nun kultivierbaren rückliegenden Marsch entstand. Erst 1458 wurde die später veränderte Kirche fertiggestellt. Einkehrmöglichkeit in der "Harmonie" (dort restaurierter Festsaal). Neben der Kirche Geburtshaus des umstrittenen Romanciers Gustav Frenssen (1863-1945, Ausstellung).
ADEIC2
: Auf dem Weg nach Westen sind wir wieder am ältesten Seedeich, der hier in einer Ausbiegung mit Häusern bestanden ist und deshalb nicht dem Ausbau der Bundesstraße zum Opfer fiel.
434R:
Der etwas abenteuerliche Weg kann notfalls über Trennewurth umgangen werden.
436L
: Wir fahren auf einer alten Vordeichung, genannt Trennewurther Altendeich, bis TRALTD. Der dadurch geschaffene schmale Koog war bei der Eroberung 1559 noch nicht fertiggestellt.
BUN5-R:
Ende der Route und Start der zweiten Teilroute (2: BUN5-R–MELHAF)
BUN5-L
: Hier biegen wir von der B5 nach Osten ab, sollten aber vorher noch 200 m weiter nach Süden fahren, weil man von TRNWEL aus gut eine von zwei Wehlen überblicken kann: Zeugen eines mittelalterlichen Bruchs des ältesten Deiches, an dessen Stelle sich heute die B5 erstreckt.
438
: Wir umfahren die Dorfwurt Trennewurth (Ursprung 1.-2. Jahrh.; Wiederbesiedlung 7.-9. Jahrh.).
443L
: Vor uns der Klev, die im 6. bis 4. vorchristlichen Jahrtausend aktive Geest-Steilküste.
BAKLEV
: Am "Barlter Kleve" ist die mit Dünen bedeckte Hochfläche, früher Heide, überwiegend mit Kiefern bepflanzt. Der Fächer ehemaliger Strandwälle, der im Raum St. Michaelisdonn und weiter südlich dem Klev weit vorgelagert ist, schrumpft hier auf einen schmalen Sandstreifen vor dem Klev zusammen, auf dem vereinzelte, auffallende Dünen liegen (links, westlich unseres Weges).
444R
: Abstecher zu einem Rundgang durch die Gudendorfer Heide (Zweiräder bitte abstellen). Unser Pfad führt zunächst am Klev entlang, wo eine oberirdische Pipeline Öl von Brunsbüttel nach Hemmingstedt befördert. Da das Öl nicht kalt werden darf, sind die Rohre isoliert.
GUHEID
: Ein kleiner Teil der Heide, deren Umwandlung zum Flugplatz im zweiten Weltkrieg nicht vollendet wurde, ist der späteren Aufforstung mit Kiefern entgangen und wird als Heide erhalten. Einflug von Kiefern und Später Traubenkirsche (siehe unten) bereiten genauso Probleme wie die zunehmende Vergrasung. Wenige Schritte rechts unserers Rundweges eine Gedenkstätte für sowjetische Zwangsarbeiter, die hier im zweiten Weltkrieg in einem nahen Lager ums Leben kamen.
448L
: Hier taucht die Geesthochfläche nach Norden hin ab, so dass kein Klev ausgebildet ist.
449R
: Auch wenn es so aussieht, als wären wir in die Marsch zurückgekehrt: Unser Weg läuft auf einem von mehreren Strandwällen, die sich hier an ihren südlichen Enden in einzelne parallele Sanddämme aufgefächert haben, z. B. am (auf Marschboden ungewöhnlichen) Maisanbau erkennbar.
451HL
: Die Strandwälle bilden hier einen geschlossenen, mit Dünen bedeckten Streifen, der durch Kiefern aufgeforstet ist. Der Pfad führt durch das Auf und Ab der Dünen des "Elpersbüttelerdonns".
JAGHEI
: Nach rechts hin blicken wir in einen nicht aufgeforsteten Teil des Elpersbüttelerdonns, die Jägersburger Heide, die früher den ganzen ehemaligen Strandwall bedeckte. Die Heide macht heute zunehmend Trockenrasen und sich ausbreitenden Gehölzen wie der Späten Traubenkirsche Platz, die ursprünglich als Windschutz eingeführt wurde. Nach Osten erstreckt sich die flache Süderau-Niederung, in deren Mitte einst der Windberger See lag. Einzelne unscheinbare Erhöhungen unweit östlich unserer Strecke sind versunkene Reste eines älteren Strandwallsystems mit Dünen.
ELPDON
: Dicht nordöstlich von uns befand sich in der nachchristlichen Eisenzeit eine Ansiedlung, deren Hinterlassenschaften beim Abbau des Dünensandes zu Tage traten.
455L
: Unmittelbar südlich der Süderau biegen wir nach Westen in die Marsch ab.
AMWURT
: Ammerswurth, heute Ortsteil von Meldorf, ist die nördlichste historische Dorfwurt der Südermarsch. Einkehrmöglichkeit 1 km südlich in Elpersbüttel (Dorfwurt) an der Bundessstraße 5.
456R
: Bis 457L fahren wir ein kleines Stück auf der Linie des hier kaum noch erkennbaren ältesten Seedeiches (um 1100), der bis zur Errichtung des Kooges vor Meldorf (um 1620) Außendeich war.
458HL
: Dicht nördlich von uns liegt der 1978 geschlossene ehemalige Meldorfer Hafen.
459
: Hier im "Speicherkoog" links das Naturschutzgebiet Kronenloch und rechts die Miele.
Ende der Tour dicht am Wattwurm beim neuen Meldorfer Hafen MELHAF (Imbiss am Surferbecken).   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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