Dithmarschen auf Touren

GW2 Marsch, Wurten, Deiche und Spuren der Geschichte rund um Wöhrden (2 Routen, 25 km) Karte  Zurück

Teilroute 1 WATERB-DUSDUW – WATERB: Das "Materialenhaus" oder die "Waterbörs" besitzt einen z. T. aus Formziegeln errichteten Giebel von 1519, der geschickt in einen historisierenden Neubau von 1928 einbezogen wurde, der eine Vorstellung von den kleinen Wohnhäusern aus der Republikzeit Dithmarschens geben kann. Gegenüber die Wöhrdener Kirche von 1786/88 mit einheitlicher spätbarocker Innenausstattung. Neben dem "Materialienhaus" das Wohnhaus Peters von 1778 mit Formen des Rokoko. – Wöhrden bildet die höchste frühgeschichtliche Dorfwurt Dithmarschens.
ZIEGEL
: Links Wohnhaus einer Ziegelei, der letzten bis in die 1970er Jahre aktiven in Dithmarschen. Links der Straße der älteste Deich, Seedeich bis 1601 - so lange lag Wöhrden noch an der Nordsee.
HLMOND
: Links eine alte Deichbruchstelle, erkennbar an der halbmondförmigen Ausbesserung.
STPETW
: Hier kreuzt die Hauptstraße den ältesten Deich in der Nähe des Dorfwurtrestes Großbüttel (etwas nordwestlich). Eine Wehle zeugt von einem früheren Deichbruch. Wir fahren entlang der Deichsiedlung Büttelerdeich innen am Außendeich des "Bütteler Feldes" von 1601.
BUTDEI
: Der Deich rechts ist nun höher als zuvor, da er hier bis 1978 Außendeich war.
465L
: Der einstige Wöhrdener Hafen war in früherer Zeit der bedeutendste Umschlagplatz der Nordermarsch, sogar in Heide ist eine Straße nach ihm benannt. Bis 1601 lag er an Wöhrdens Südrand und musste nach den Eindeichungen zuletzt hierher verlegt werden, bis er 1978 geschlossen wurde.
EHDEIC
: Weite Strecken des alten Deiches von hier nach Meldorf sind abgetragen worden, um Material zur Abdeckung des 1978 vollendeten Speicherkoogdeiches zu gewinnen. Bis KETBTL führt unser Weg auf der Linie dieses beseitigten Koogdeiches von 1601 entlang.
KETBTL
: Die Dorfwurt Ketelsbüttel lag dicht hinter der ersten Deichlinie. Dieser um 1100 entstandene Deich ist auf der Strecke von Wöhrden bis hierher noch in Resten erhalten, aber weiter südlich 1978 weitgehend abgetragen worden. Vor Ketelsbüttel noch eine heute unbewohnte große Wurt.
469R
: Wir verlassen die Linie des ältesten Deiches, um einen Abstecher in den 1845 eingedeichten Christianskoog (CHRKOG) zu machen, dessen Aufsiedlung erst Jahrzehnte später erfolgte.
CHRHUS
: Links ein wenig verändertes älteres Hofgebäude des Christianskooges.
CHRWEL
: Zwei kleine Deichstücke des ältesten Seedeiches mit Wehlen von älteren Deichbrüchen (1756?) sind der Abräumungsaktion von 1977/78 entgangen; hier die nördliche der beiden Stellen.
HRMSWD
: Harmswöhrden ist eine nur spärlich bebaute frühmittelalterliche Dorfwurt.
KNZLEI
: Kanzlei ist der Name eines größeren Hofes in dem hier nur schmalen Altmarschstreifen.
475L
: Architektonisch interessanter Bauernhof von 1936.
DUSDUW
: Auf einem künstlichen Hügel erhebt sich das pompöse Denkmal von 1900 für die Schlacht bei Hemmingstedt (17.2.1500). Eine Infotafel auf dem Denkmal erzählt von der Geschichte seiner Errichtung. Der entscheidende Teil der Schlacht fand aber wohl nicht hier statt. Ende der Route und Start der zweiten Teilroute (2: PAVILN-OLDWOR)
PAVILN
: Der Informationspavillon entstand zum 500-jährigen Jahrestag der Schlacht im Jahre 2000. Ein acht Meter langes Modell der Schlacht mit ihren entscheidenden Szenen und Zusatzinformationen sind hinter einem Schaufenster zu sehen, außerdem sind per PC Daten abrufbar.
SHLACH
: Wir haben den Landweg auf den Spuren der Großen (oder "Schwarzen") Garde von 1500 weiter nach Norden verfolgt und sind auf eine schwache Anhöhe gelangt, eine ehemaligen Sandanschwemmung der steinzeitlichen Geestküste Dithmarschens. In diesem Umkreis vermuten die meisten Forscher den Ort, wo die Dithmarscher den Landweg durch einen nächtlich ausgehobenen Graben gesperrt hatten und das übermächtige feindliche Invasionsheer nach verlustreichen Attacken letztlich in die Flucht schlagen konnten. – An vielen Stellen seitlich des Landweges können wir im Grünland noch die alten Beetstrukturen erkennen, die auf die erste Marschkolonisation des Mittelalters zurückgehen. Die beetartigen Erhöhungen zwischen parallelen Gräben (Grüppen, heute Drainagen) haben im allgemeinen eine Breite von ungefähr 15 Metern und sind teils durch das ständige Freihalten der Gräben, teils durch Hochpflügen von den Seiten zur Mitte hin entstanden.
HSTROM
: Hier am Nordende der Anhöhe verlief bis zu seiner Umlegung im 19. Jahrhundert ein großer Entwässerungsgraben, der Hemmingstedter Strom, und wurde vom Landweg mittels einer Brücke gequert. Rechts, östlich des Weges, zeigt eine Geländerinne den Verlauf des einstigen "Stromes". Diese Stelle könnte bei der Schlacht bei Hemmingstedt von Bedeutung gewesen sein.
482
: Der Landweg nach Heide bog hier rechts ab, wir verfolgen geradeaus den Dellweg.
DELWEG
: Östlich der Rand der Heider Geesthalbinsel mit der Ortschaft Lieth.
484L
: Wir umfahren das Wurtdorf Hochwöhrden, in dem es zu keiner Ausbildung einer geschlossenen Dorfwurt gekommen ist, sondern nur zu einer Gruppe von Einzelwurten.
488R
: Falls der Weg rechts unbefahrbar ist, bietet sich eine Umfahrung über 493R nach NEUWSH an. Vor uns die sog. Kempenwurt (KEMPWT), die als Wohnort der sagenhaften Telse von Kampen, Heldin der Schlacht bei Hemmingstedt, gilt. Funde der Eisenzeit und des Mittelalters.
EISNZT
: Mehr oder weniger unscheinbare überpflügte Wurten rechts und links des Weges ergaben Funde des 1./2. Jahrhunderts nach Christi, darunter Knochen eines (angeschwemmten?) Wales.
NEUKRG
: Neuenkrug ist ein Reihendorf, wie sie nach Bau des ersten Seedeiches um 1100 und schrittweiser Kultivierung des Hinterlandes entstanden, z. T. auf verlassenen eisenzeitlichen Wurten.
NEUWSH
: Wir queren Neuenwisch, ein hochmittelalterliches Reihendorf auf Wurten wie Neuenkrug.
WOEMUL
: Die lange Zeit flügellose Wöhrdener Windmühle wurde 1994 weitgehend erneuert.
494L
: An der "Waterbörs" und dem Haus Peters vorbei gelangen wir zum Gasthof Oldenwöhrden (OLDWOR), einem Neubau mit eingefügtem prächtigem Sandsteinportal von 1634. Ende der Tour.   Zurück



Kartengrundlage: © Städte-Verlag, E. v. Wagner & J. Mitterhuber GmbH, 70736 Fellbach www.staedteverlag.de

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