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Dithmarschen – eine frühe Demokratie?
Die spätmittelalterliche Bauern-„Republik” Dithmarschen war zwar kein Fürstenstaat, hatte mit einer heutigen parlamentarischen Demokratie aber wenig zu tun. Wahl- und vorschlagsberechtigt waren in der Praxis ohnehin nur landbesitzende männliche Personen, die einem der Dithmarscher Geschlechter angehörten. Das war sicher weniger als ein Viertel der Bevölkerung.
Eine Gewaltenteilung mit einer unabhängigen Justiz gab es im ausgehenden Mittelalter ohnehin noch nicht. Verschiedene Gruppierungen und Institutionen konkurrierten um die Macht: die Kirchspiele mit gewählten Vertretern als zunächst völlig unabhängige Grundeinheiten, die ursprünglich aus Siedlungsgenossenschaften hervorgegangenen Geschlechter sowie das aus einem Appellationsgericht erwachsene Kollegium der 48 Landesregenten, in das Kirchspiele* und Geschlechter ihre Vertreter entsandten. Die „Döffte” (Wehrbezirke) behielten sich Entscheidungen zur Landesverteidigung vor. Hinzu kamen der Bremer Erzbischof als fast nur noch formeller Landesherr und seine weitgehend entmachteten Vögte, deren Nachfolger als Vogdemannengeschlecht Einfluss behielten. In Dingen der weit in das tägliche Leben reichenden geistlichen Gerichtsbarkeit hatte bis kurz vor dem Ende der Bauernrepublik im Jahre 1559 das Hamburger Domkapitel die Rechtsgewalt.
Wie weit in der Zeit der Bauernrepublik die althergebrachte Landesversammlung des gesamten Dithmarschen noch eine Rolle spielte, ist nicht ganz klar. – Also:
Der Dithmarscher Bauernfreistaat war keineswegs eine parlamentarische Demokratie
*Ein Kirchspiel ist ein politischer Zusammenschluss von Bauerschaften im Einzugsbereich einer Pfarrkirche.

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