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Dies ist bestimmt ein Faustkeil!
Mit Faustkeil bezeichnen Archäologen umlaufend zweiseitig zugeschlagene Steingeräte der Altsteinzeit, bei denen man eine etwas massigere Basis von einer
gegenüberliegenden dünneren spitzen oder spitzrunden Partie unterscheiden kann. Die grob oder fein zugeschlagene Kante kann ganz umlaufen oder die Basis
auslassen. Man geht davon aus, dass Faustkeile in der Regel ungeschäftet waren und man die Schneiden für verschiedenste Arbeiten verwendete.
Können in Dithmarschen Faustkeile gefunden werden? Prinzipiell ja, denn die Geest war seit dem Ende der vorletzten Eiszeit begehbares Land, und Faustkeile
waren noch bis in die erste Hälfte der letzten Eiszeit geläufig. Aber: Die Geländeoberfläche der „Faustkeilzeit” hat sich während der letzten Eiszeit stark
verändert, und fast alle umherliegenden Feuersteinstücke – darunter möglicherweise Faustkeile – sind durch Frostwechselerscheinungen bis zur Unkenntlichkeit zersplittert. Faustkeile hätten sich nur
unter sehr günstigen Umständen erhalten können. Bisher sind in Dithmarschen noch keine nachgewiesen, in Nordfriesland dagegen zwei oder drei.
Grob zugeschlagen sind auch viele „Kernbeile” der Mittelsteinzeit sowie die ersten Bearbeitungsstadien von Flintblättern und Beilen aus der Jungsteinzeit.
Gerade missratene Vorformen für Flintdolche ähneln mitunter manchen altsteinzeitlichen Faustkeilen. Wenn man bei solchen Funden keinen Altershinweis durch
die Fundumstände hat, reichen sie als Beleg für Altsteinzeit nicht aus! – Also:
Einen Faustkeil fand man hier noch nicht
Quarzit-Faustkeil aus Nordafrika
Ungeschliffene Steinbeile älter als geschliffene
Seit dem Aufkommen der Wälder in der frühen Nacheiszeit fertigte man Beile aus Feuerstein, die zunächst ungeschliffen waren (Kern- und Scheibenbeile,
letztere aus großen Abschlägen zugeschlagen). In der Jungsteinzeit dominiert dagegen der Gebrauch
geschliffener Beile, wobei daneben periodisch auch noch ungeschliffene Scheibenbeile verwendet wurden.
Die meisten bekannten ungeschliffenen Beile sind aber mehr oder weniger fertig zugeschlagene und entgratete Vorformen, die so nicht verwendet wurden, sondern
für den Schliff bestimmt waren. Offenbar war der fertige Rohling die geläufige „Handelsform“, denn zu ihrer Herstellung waren mehr Spezialkenntnisse vonnöten
als zu ihrem zeitaufwändigen Schliff. – Also:
Nicht geschliffene Beile sind oft nur unfertig
Typische Herstellungsstadien einer Flintbeilklinge der Jungsteinzeit: Links grobe Vorarbeit (”Planke”), Mitte zum Schliff vorbereitete, fein zugeschlagene
und entgratete Vorarbeit, rechts geschliffene und nach Schneidenschaden nachgeschliffene Flintbeilklinge.