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Das
Gieselautal – ein Urstromtal?
Das im Bereich südöstlich und südlich von Albersdorf vergleichsweise tief
eingeschnittene Tal der Gieselau ist landschaftlich eine Besonderheit, aber
deswegen kein Urstromtal, auch wenn es noch so „urig” wirkt. Der
eiszeitgeologische Begriff Urstromtal ist beschränkt auf Flusssysteme, die,
abgelenkt durch den Inlandgletscher, parallel zu dessen Außenkante abflossen.
Durch den späteren Gletscherrückzug veränderte sich der Verlauf der Zuflüsse
und es konnten sich neue eisrandparallele Urstromtäler bilden.
In unserem Bereich kann allenfalls das heute durch nacheiszeitliche Ablagerungen
weitgehend aufgefüllte Elbtal als Urstromtal angesehen werden. Teile anderer
Talsysteme (Eider, Sorge, Treene, Stör) sind dagegen später durch
Schmelzwasserabflüsse des Gletschers der letzten Eiszeit angelegt worden. Täler
kleinerer Geestbäche wie Gieselau oder Helmschenbach gehen weitestgehend auf
Erosionserscheinungen während der letzten Eiszeit zurück. Das entspricht der
Zeit von ca. 100 000 Jahren bis ca. 12 000 Jahren vor heute. Also:
Das Gieselautal ist vor allem ein Ergebnis der
Abtragung der Geest in der letzten Eiszeit
Höhengrafik des Gebietes um den Bungsberg in Ostholstein. Die Zertalung ist
in dieser noch „frischen” Eiszeitlandschaft kaum ausgeprägt.
Höhengrafik der Dithmarscher Geest (Höhen dunkel, Täler und Tiefland hell).
Die Altmoränenlandschaft aus der vorletzten Eiszeit ist deutlich zertalt; das
Gieselautal (rot markiert) fällt in diesem System nicht weiter auf.
Nord- und Nordostdeutschland im Reliefbild. Die Urstromtäler verlaufen
nordwest-südöstlich bis west-östlich. Im Bereich der jüngsten Eisrandlagen
im Nordosten sind sie am besten erhalten und erkennbar.