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Hilfestellung für Weißwurst-Äquatorianer und andere Exoten zu Dithmarschen
Die Geest ist in der vorletzten Eiszeit vor über 120000 Jahren durch Gletscher entstanden, blieb in der letzten Eiszeit (bis 9500 v. Chr. ) zwar eisfrei, wurde aber durch Frosteinwirkung stark überformt. Der nacheiszeitliche Meeresspiegelanstieg führte zur Teilüberflutung und Abtragung der Geest, wobei sich Fächer von Strandwällen mit aufgewehten Dünen bildeten (Donns). Im rückwärtigen Tiefland, aber stellenweise auch über der Marsch bildeten sich große, heute durchweg entwässerte und weitgehend kultivierte Moore.
Die Marsch ist das vorgelagerte, seit gut 2000 Jahren entstandene flache Schwemmland, das nicht höher als 2 m über dem Meeresspiegel liegt. Bis um 1400 wohnte man dort auf Wurten (Wohnhügeln), deren ältere ganze Dörfer tragen und zum Teil bis zu 2000 Jahre alt sind. Zur Entwässerung und gegen Überflutungen ist die Marsch seit etwa 1100 mit Deichen geschützt, durch deren Siele (Durchlässe mit Schließklappen) das in Gräben gesammelte Wasser bei Niedrigwasser abfließen kann (oder heute auch gepumpt wird).
Dithmarschen, seit über 1000 Jahren mit den gleichen Grenzen, liegt zwischen Eider, Nordsee, Elbe und dem heutigen Nordostseekanal. Die frühmittelalterlichen Bewohner zählten zum Stammesverband der Sachsen und verteidigten ihr Land u. a. mittels großer Ringwallburgen (Stellerburg bei Weddingstedt und Bökelnburg in Burg). Nach 1227 bildete sich nach und nach ein Bauernfreistaat (bis 1559) heraus, der mehrfach gegen Eroberungsversuche erfolgreich verteidigt wurde (so 1319, 1404 und vor allem 1500 bei Hemmingstedt). Bis 1434 war Meldorf der Hauptort, dann Heide. Nach der fürstlichen Eroberung 1559 wurde Dithmarschen unter verschiedenen Landesherren aufgeteilt und nach wechselvoller Geschichte, z. T. unter dänischer Herrschaft, letztlich erst 1970 wieder zu einem Landkreis vereint, der akut durch Fusionspläne gefährdet ist.
Mit dem bellenden Ruf „Moin” grüßt man in Dithmarschen erst seit kürzerem. Er stammt aus dem einst feindlichen Friesland und bedeutet „Schönen (Tag!)”.
Die Ausstellung im Internet: www.museum-albersdorf.de/unausrottbar
Reini Götsche (geb. 1962) ist freischaffender Illustrator und Ausstellungsgestalter in Geltorf bei Schleswig. In seiner Freizeit ist er u. a. in einer Wikingergruppe tätig. 
Eine Ausstellung des Museums für Archäologie und Ökologie Dithmarschen in Albersdorf. Texte: Dr. Volker Arnold
Für Korrekturen und Anregungen sei gedankt: Heinke Arnold, Jürgen Christiansen, Walter Denker, Wolfgang Johannsen, Dr. Rüdiger Kelm, Anne Reichert, Werner Storm und anderen.
Wir danken für die Unterstützung dieser Ausstellung durch den Verein für Dithmarscher Landeskunde e. V.

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