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Unterirdische Straße und Eiderarm an der Stellerburg
Als sich die ansteigende Nordsee vor gut 5000 Jahren allmählich den heutigen Höhenwerten näherte, war die Eidermündung noch eine breite Meeresbucht zwischen
Schwabstedt, Stapelholm und der Linie Delve – Stelle. Die noch an die Geest brandende damalige Nordsee schuf eine
Ausgleichsküste, zu der auch schmale
Strandzonen und Strandwälle mit Anreicherungen groben Gerölls gehörten. Sie liegen heute unter späteren Moor- oder Marschablagerungen verborgen in einer
Tiefe von mehreren Dezimetern bis zu zwei Metern. Findet man sie bei Erdarbeiten, können sie auf den ersten Blick dem Kopfsteinpflaster einer Straße
gleichen. Mindestens zwei davon scheinen zur Stellerburg zu führen, die sehr viel später, um 800 n. Chr., auf der Anhöhe eines alten Strandwalls errichtet
wurde.
Der vielfach angenommene Eiderarm über die Stellerburg und Hochwöhrden in die Dithmarscher Bucht ist eine Fiktion, da die alte Marsch vor Heide dazu viel zu
hoch liegt. Der Rutenstrom genannte Wasserlauf hat damit wohl nichts zu tun, wird aber als Hindernis die Lage der Stellerburg als Wegsperre beeinflusst
haben. Archäologisch konnte ein Hafen an der Stellerburg nicht nachgewiesen werden und ist den Ausgrabungsergebnissen nach auch unwahrscheinlich. – Also:
Strandgeröll statt Straße und kein Eiderarm
Ähnlich wie diesen südjütischen Geeststrand muss man sich hier vor 5000 Jahren die Geestküste mit einer breiten Geröllzone vorstellen.
Um 1930 stellte man sich die Stellerburg an einem Eiderarm gelegen vor – genutzt als Abkürzung nach Haithabu!
Hemmingstedt liegt auf einer Düne
Reste von Dünen findet man überwiegend auf ehemaligen Strandwällen (Lundener Düne, Donns in Süderdithmarschen), aber auch stellenweise auf der Geest längs
des Klevs (z. B. Gudendorfer Heide). Sandüberwehungen sind oft nur archäologisch-bodenkundlich nachweisbar, z. B. für den Westteil von Hemmingstedt oder vor
allem für den Meldorfer Geestvorsprung. Das eigentliche Hemmingstedt liegt genau wie Weddingstedt allerdings nicht auf einer (angewehten) Düne, wie
gelegentlich behauptet, sondern auf ganz normaler Geest (mit eingemischten Steinen, die nicht im Wind fliegen können). Auf Sandüberwehungen und Dünen liegen
z. B. Lunden, St. Michaelisdonn und Teile von Meldorf. – Also:
Hemmingstedt liegt auf eiszeitlicher Geest