Eigenschaften
Der Name 'Bernstein' kommt von 'brennen'
und bedeutet Brennstein. Der griechische Bernsteinname Elektron lebt in
der Elektrizität fort. Die Römer nannten den Bernstein succinum
('Saft') in der richtigen Vermutung, er sei aus Baumsaft entstanden. Bei
den Germanen hieß er nach Plinius glaes(um): Glas.
Succinit ist der
mineralogische Fachausdruck für Bernstein des baltischen Typs (nach
lateinisch 'succinum'= Saft, Bernstein). Nach den Inhaltsstoffen und Eigenschaften
unterscheidet man viele andere Bernsteine und fossile, bernsteinähnliche
Harze vom Succinit.
Als Bernsteinkiefern
(Pinites succinifer) faßt man mehrere ähnliche Nadelhölzer
des älteren Tertiärzeitalters zusammen, an denen vor ca. 40-50
Millionen Jahren das Harz ausblutete, aus dem der Baltische Bernstein entstanden
ist. In harzgetränkten Holzteilen sind Jahresringe erkennbar, was
auf eine jährliche Wachstumspause deutet. Näheres
zum Bernsteinholz.
Brennbarkeit:
Bernstein kann (im Gegensatz zu Kunstharz) leicht mit einem Feuerzeug angezündet
werden - deswegen sein Name, der Brennstein bedeutet. Die Flamme ist hell,
rußt stark; der brennende Bernstein beginnt harzig zu riechen und
verläuft an der Flamme zu einer schwarzen, spröde erhärtenden
Masse. Brennender Bernstein diente zum Räuchern, sogar als Weihrauch-Ersatz.
Bernstein lädt
sich
elektrostatisch auf, wenn er unter trockenen Bedingungen mit
einem Tuch oder Wolle gerieben wird, er kann dann z. B. Papierschnitzel
anziehen. Früher war so etwas bemerkenswert, weil es die vielen heutigen
Kunststoffe mit ähnlichen Eigenschaften noch nicht gab. So bekam die
Elektrizität ihren Namen vom Bernstein (griechisch Elektron).
Farben: Bernstein
ist meistens hell- bis goldgelb und altert zu rötlich- oder bräunlichgelb,
im Extremfall zu Rottönen. Trüber Bernstein kann weißgelb
oder weiß sein. Je nach Verschmutzung oder Schwefeleisenbildung in
Spalten werden die Farben abgedunkelt. Bei manchen Bernsteinsorten, besonders
dem Dominikanischen, gibt es gelegentlich einen blauen Schimmer durch Fluoreszenz.
Gewicht und Härte:
Bernstein ist nur wenig schwerer als Wasser (Dichte um 1,07), sinkt also
in Leitungswasser, schwimmt aber in stark salzhaltigem Wasser. Die Härte
liegt zwischen 2 und 3 (Mohs-Härte) und ist ähnlich wie harter
Kunststoff.
Verwitterung: Bernstein
verwittert ständig, besonders durch Luftsauerstoff und Lichteinwirkung.
Er dunkelt in den äußeren Schichten nach, und von den Oberflächen
und vorhandenen offenen Hohlräumen aus beginnt eine ständig zunehmende
Rißbildung, die im Endeffekt zu einer rauhen und bröckeligen
Oberfläche führt, wobei Einschlüsse zerstört werden.
Wertvolle Bernsteinstücke und besondere Einschlüsse sollten deshalb
konserviert werden!
Kopal nennt man noch
nicht völlig zu Bernstein umgebildete Harze, die in den Deltas tropischer
Flüsse zusammengeschwemmt werden, z. B. in Afrika. Sie sind höchstens
einige Jahrzehntausende alt und enthalten durchaus auch Einschlüsse.
Sie beginnen bei Wärme klebrig zu werden und lösen sich im Gegensatz
zum Bernstein an, wenn man sie mit Watte und Äther betupft, so daß
einzelne Wattehaare ankleben.
Alter und
Entstehung
Das Alter der verschiedenen Bernsteinarten
wird oft verschieden angegeben, da der Bernstein vor seiner endgültigen
Einlagerung meistens vielfach umgelagert wurde. Es gelten folgende Richtwerte
in Millionen Jahren: 20 Sizilianischer Bernstein, Borneo-Bernstein, 25
Dominikanischer Bernstein, 45 Baltischer Bernstein, wohl auch Bitterfeld,
70-95 Kanadische Bernsteinvorkommen, 85 Honshu-Bernstein, Japan, 125 Libanon-Bernstein,
Golling-Bernstein aus Österreich.
Aus dem älteren Abschnitt
des Erdmittelalters (Trias und Jura, 220-140 Millionen Jahre) gibt
es auf der Erde verteilt einige Fundstellen fossiler Harze, allerdings
bisher ohne bedeutende Einschlüsse.
Aus der Kreidezeit
(70-140 Millionen Jahre) sind eine Reihe von Fundstellen fossiler Harze
bekannt, die auch interessante Tier- und Pflanzen-Einschlüsse geliefert
haben (z. B. Libanon, Nordostamerika, Japan, Alpen). Neu ist eine Fundstelle
in (Nordspanien)
mit aufsehenserregenden Einschlüssen, z. B. einer Kleinwespe,
einer Ameise und einer Feder.
Die meisten Bernsteine
und anderen fossilen Harze stammen aus dem Tertiärzeitalter
(2 - 70 Millionen Jahre), so auch der Baltische Bernstein bzw. der Nordseebernstein
(ca. 40-50 Millionen Jahre). - Das Tertiär ist das Zeitalter der Säugetier-Entwicklung.
Mit Eozän bezeichnet
man den zweiten (besonders warmen) von fünf Abschnitten des Tertiärzeitalters
(55 - 35 Millionen Jahre). Während des Eozäns dürfte der
meiste Baltische Bernstein unter subtropischen Bedingungen entstanden sein
und wurde im folgenden Oligozän und später umgelagert.
Mit Oligozän
bezeichnet man den dritten von fünf Abschnitten des Tertiärzeitalters
(35 - 26 Millionen Jahre). Im Oligozän drang das Meer in die fennoskandischen
Bernsteinwaldgebiete ein, schwemmte den leichten Bernstein aus und lagerte
viel von ihm in einer 'Blaue Erde' genannten Sandablagerung zusammen.
Fennoskandien
nennt man ein Landgebiet der älteren Tertiärzeit (Eozän),
das im Bereich des heutigen bottnischen Meerbusens der Ostsee samt den
angrenzenden Teilen Schwedens, Finnlands und des nördlichen Baltikums
lag. Der Südteil Fennoskandiens wurde im nachfolgenden Oligozän
vom Meer überflutet.
"Bernsteinwald":
Fennoskandien war in der Eozänzeit ein subtropisches Waldland, das
vielfach Ähnlichkeiten zu Wäldern im heutigen nördlichen
Florida oder im heutigen südlichen China hatte. Hier wuchsen auch
einige Palmen. Nach Ausweis der Einschlüsse muß der Bernstein
aber auch zum Teil in kühleren, zum Teil in offeneren, blumenreichen
Gebieten (Bienen im Bernstein!) entstanden sein. Eine Annahme ist, daß
das alttertiäre Fennoskandien von einem Flußsystem 'Eridanos'
durchzogen war, das nördlich des heutigen Samlandes in einem Delta
in das damalige Eozänmeer mündete. Dort sei dann viel mitgeschwemmtes
Baumharz als Bernstein in flachem Meeressand ('Blaue Erde') abgelagert.
Im Eiszeitalter (seit
ca. Jahren) kam es mindestens dreimal zu gewaltigen Inlandvereisungen
über dem Ostseegebiet. Dadurch wurden die Ablagerungsschichten der
Bernsteinwälder abgehobelt und die meisten Ansammlungen Baltischen
Bernsteins nochmals umgelagert. So kam Bernstein bis nach Norddeutschland
und Jütland, sogar bis Holland und Ostengland.
Bernstein-Fachausdrücke
Schlauben nennt
man Bernsteinstücke, die mehrere Schichtgrenzen erkennen lassen. Sie
entstanden, als Harz schubweise austrat und die vorherigen Harzablagerungen
überdeckte. Schlauben sind vielfach voller Schmutz, aber seltener
milchig und bergen die meisten Einschlüsse. Zur Schmuckverarbeitung
sind sie weniger geeignet.
Zapfen entstanden
aus Harztropfen, die vor dem Herunterfallen am eigenen Tropfenfaden erstarrten.
Erneute Harzflüsse können dann zu dickeren Harz-'Stalaktiten'
führen. Die Kerne dieser Bernsteinzapfen können den Einschluß
von Aststückchen vortäuschen. Zapfen enthalten oft Einschlüsse.
Tropfen haben eine typisch abgeflacht rundliche Perlenform und allseits
ihre natürliche Verwitterungsrinde.
Knochen wird eine
Bernsteinsorte genannt, die derart viele mikroskopisch kleine Bläschen
enthält, daß sie rahmweiß aussieht. Er enthält keine
erkennbaren Einschlüsse, kann aber zu Schmuck verarbeitet werden.
Bastard wird eine
häufige Bernsteinsorte genannt, die von zahllosen Bläschen derart
getrübt ist, daß sie undurchsichtig und milchig wirkt. Die Farben
des Bastards liegen meistens zwischen gelblichweiß und ockergelb.
Bastard enthält selten Einschlüsse, die zudem schlecht erkennbar
sind.
Flomen (genannt nach
dem schmalzartigen Flomenfett) wird eigentlich klarer Bernstein genannt,
der von vielen mittelgroßen Bläschen deutlich getrübt ist.
In Flomen kann man bei geeigneter Sichtmöglichkeit gelegentlich Einschlüsse
finden.
Sonnenflinten heißen
natürliche Risse in klarem Bernstein, die interessante Spiegeleffekte
bewirken können. Das meiste, was in heutigem Bernstein so aussieht,
sind allerdings künstlich erzeugte 'Blitzer'.
Blitzer nennt man
künstliche Sonnenflinten (spiegelnde Rißflächen), die nach
dem 'Klarkochen' des Bernsteins in Öl bei schnellem Abschrecken z.
B. in kaltem Wasser entstehen. Einschlüsse werden durch das 'Blitzern'
beschädigt oder zerstört.
Verarbeitungstips
Bernstein läßt
sich leicht zersägen. Günstig dafür ist eine kleine
Metallsäge. Man muß sich, besonders bei Schlauben, davor hüten,
das Sägeblatt zu verkanten, der der spröde Bernstein leicht bricht.
Vorsicht ist auch geboten, wenn der Sägeschnitt fast fertig ist.
Bernstein läßt
sich auf wasserfestem Schmirgelpapier naß schleifen. Zu empfehlen
sind für grob, mittel und fein die Körnungen 180, 400 und 1000;
gröberes Korn nur, wenn bei größeren Stücken viel
wegzuarbeiten ist. Vor jedem Körnungswechsel sollte der Bernstein
abgewaschen werden. Vor Einschlüssen sollte nach Möglichkeit
eben (plan) geschliffen werden (Schleifpapier mit Teppichband auf Platte
kleben!). Schnelle motorgetriebene Schleifscheiben können ohne Wasserzufuhr
zu Hitzeschäden am Bernstein führen.
Für die Schlußpolitur
einer Bernsteinfläche sollte sie vorher gründlich mit 600-er
oder besser 1000-er Schleifpapier am besten naß geschliffen werden,
bis alle Kratzer weg sind. Man poliert auf einem Tuch oder weichen Leder
mit Hilfe von Polierpaste (Gießharz-Hobbyzubehör, zur Not Zahnpasta)
mit mäßigem Druck und beseitigt die häßlichen Pastenreste
mit einer feinen weichen Zahnbürste und Seife. Poliertücher sollten
nicht mit Schleifstaub in Berührung kommen!
Die meisten kleineren Bernsteinstücke
kommen heute zunächst in Poliertrommeln. Das sind hohle, mit
Bernstein sowie mit Schleif- bzw. Poliermittel gefüllte Zylinder,
die wochenlang langsam gedreht werden. Dadurch werden die Steine ringsum
geschliffen und poliert, so daß sie zur Verarbeitung in billigen
Ketten nur noch durchbohrt werden müssen. Einschlüsse lassen
sich in Poliertrommel-Steinen verhältnismäßig leicht erkennen,
da selten extra angeschliffen werden muß.
Zum Durchbohren des
Bernsteins benutzt man entweder eine Kleinbohrmaschine, eine Bohrmaschine
mit beweglicher Welle oder einen Schwungrad-Handbohrer für Goldschmiede.
Der Bohrer sollte vorne seine dickste Stelle haben, damit er nicht verkantet.
Spiralbohrer müssen vorsichtig verwendet werden, da sie sich leicht
verkanten und der Bernstein dann meistens zerbricht.
In klarem Rüböl
(in urgeschichtlicher Zeit soll man Spanferkel-Fett genommen haben) läßt
sich trüber Bernstein vielfach klarkochen. Einschlüsse
können dadurch erheblich leiden oder ganz zerstört werden - mitunter
werden sie aber auch dann erst sichtbar! Künstliche Färbemittel
dringen in den Stein ein, so daß er z. B. für Schmuckzwecke
rot oder dunkel
gefärbt werden kann.
Aus dem häufigen minderwertigen
Bernstein und aus Bernsteinabfällen von der Verarbeitung gewinnt man
durch Schmelzprozesse das Bernsteinkolophonium und das Bernsteinöl,
die Ausgangsprodukte zur Herstellung von hochwertigem Bernsteinlack sind.
Er eignet sich z. B. für Restaurierungen oft besser als moderne Kunstharzlacke.
Konservierung: Da
Bernstein an der Luft langsam, aber ständig verwittert, macht seine
Konservierung große Probleme. Bisher haben sich Lack- und Kunstharzüberzüge
bewährt, bei Einschlüssen sogar das Eingießen in Kunstharzblöcke.
Allerdings ist nicht bekannt, ob die Kunstharze Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte
überdauern werden, ohne selbst zu altern.
Bernsteinverarbeitung
früher
Bernsteinverarbeitung
der Steinzeitjäger: Bereits Rentierjäger der ausgehenden
Eiszeit (ca. 10000 v. Chr.) verarbeiteten Bernstein (Anhänger von
Hamburg-Meiendorf und Ahrenshöft/Nordfriesland). In Dänemark
und dem südlichen Ostseegebiet fand man bearbeitete und verzierte
Bernsteine, auch Tieramulette, aus der Zeit der nacheiszeitlichen Jäger
( v. Chr.).
Bernsteinverarbeitung
der Steinzeitbauern: In der Zeit der Steinzeitbauern (Neolithikum,
v. Chr.) wurde viel Bernstein gesammelt, auch geopfert oder versteckt
(Bernstein-'Depotfunde' aus Jütland) und zu Ketten und Anhängern
verarbeitet und so auch den Toten mit in die Gräber gegeben. Für
die Erbauer der Großsteingräber sind kleine Streitaxt-Nachbildungen
in Bernstein typisch.
Bernsteinverarbeitung
der Bronze- und Eisenzeit: Im Vergleich zur Bauernsteinzeit gibt es
weniger Funde bearbeiteten Bernsteins aus der Bronzezeit, erwähnenswert
ist u.a. ein Collier aus einem Urnengrab von Ingolstadt.
In der Eisenzeit, als der Bernstein durch die Wertschätzung der Griechen
und Römer an Bedeutung gewann, gibt es bis in die Wikingerzeit wieder
mehr Bernsteinverarbeitung, z. B. Perlen für gemischte Ketten, Spinnwirtel,
Spielbrettfiguren und Würfel
aus Bernstein.
Bernsteinhandelswege:
Bereits seit der Steinzeit gelangte Baltischer Bernstein südwärts.
Im griechischen Mykene fand sich Schmuck aus importiertem Bernstein. Bis
in die Zeit um Christi Geburt kam vielleicht der meiste Bernstein von der
Nordseeküste über den Niederrhein nach Massilia (Marseille) und
Ligurien oder elbaufwärts weiter an die Adria. Der Samland-Bernstein
ging über östlichere Handelswege, z. B. über Carnuntum an
der Donau oder nach Griechenland über den Dnjepr und den Bosporus.
Bernstein und die antike
Welt: Die griechische Naturforscher Aristoteles berichtet bereits über
den Bernstein, und Pytheas von Massilia soll um 334 v. Chr. die Bernsteininseln
(west-, ost- und nordfriesische Inseln) aufgesucht haben. Die Römer
Tacitus und Plinius schrieben auch über Bernstein, seine Herkunft
und seinen Handel. Kaiser Nero (54-68 n. Chr.) soll große Mengen
Bernstein für Repräsentationszwecke verwendet haben. Die Römer
erschlossen den Handel mit samländischem Bernstein.
Im Mittelalter
und (für katholische Gebiete) auch danach wurde viel Bernstein zur
Herstellung von Rosenkranz-Gebetsketten benutzt (Paternostermacher). In
der Neuzeit verwendete man Bernstein wie vorher auch für Schmuck,
aber auch für repräsentative Schatullen, Spielsteine und -bretter,
Intarsien, Pfeifenmundstücke u. a. Heute werden aus geeignetem Bernstein
fast nur Schmuck und Schmuckzubehör, aber auch Spielketten für
Orientalen hergestellt.
Bernsteinregal: Der
Deutsche Orden sicherte sich im Mittelalter das Recht auf allen Bernstein
Ost- und Westpreußens, weil damit eine Menge zu verdienen war, z.
B. für Rosenkranzketten. Später ging dieses 'Bernsteinregal'
auf den jeweiligen Landesherren über. Als ein Verstoß dagegen
konnte das Sammeln und der Verkauf auf eigene Rechnung mit dem Tod bestraft
werden. In abgemildeter Form galt das Regal bis 1945.
Das 'Bernsteinzimmer'
ist eine komplette Bernstein-Zimmervertäfelung, die der preußische
König Friedrich der Erste für sein Charlottenburger Schloß
bei Berlin fertigen ließ (1712 fertiggestellt) und bereits 1716 Zar
Peter den Großen von Rußland schenkte. Es wurde später
in ein Schloß bei St. Petersburg eingebaut, im letzten Krieg von
den Deutschen geraubt und nach Königsberg gebracht, wo es 1945 wahrscheinlich
verbrannte. Immer wieder gibt es (wohl unbegründete) Gerüchte,
das Bernsteinzimmer sei noch immer in unterirdischen Stollen eingelagert.
Bernstein-Fundorte
und Auffindungsmöglichkeiten
Bernstein wird vom Wasser
gemeinsam mit anderen Materialien zusammengeschwemmt, die eine ähnliche
Dichte haben: vollgesogene, dunkle Pflanzenteile und Ästchen, die
im Wasser gerade nicht schwimmen (je nach Form Zigarren, Sprockholz
oder
Kaffeedick
genannt). In solchen Anschwemmungen im Watt und an der Küste kann
man durchaus fündig werden.
In Spülfeldern
oder bei Naßkiesausbaggerungen auf der Geest oder in der Marsch können
einzelne Bernsteinstücke an manchen Stellen zusammengeschwemmt werden
und liegen oft an der Oberfläche. Das Betreten solcher Spülfelder
ist jedoch verboten und besonders für Unerfahrene lebensgefährlich!
Mit Baltikum bezeichnet
man die ostseenahen Länder südlich von Finnland und östlich
bzw. nördlich von Danzig. In der Bernsteinkunde meint man damit ein
größeres Herkunftsgebiet, zu dem auch Norddänemark rechnet
("westbaltischer" Bernstein). Der meiste (ost-)baltische Bernstein findet
sich im ostpreußischen Samland westlich von Königsberg (heute
ein Teil Rußlands) längs der Küste. Er wird auch im Tagebau
gewonnen.
Blaue Erde heißt
eine tertiäre Meeresablagerung im Untergrund des Samlandes (Ostpreußen,
heute zu Rußland), die besonders viel eingeschwemmten Bernstein enthält
und z. B. bei Palmnicken im Tagebau zur Bernsteingewinnung abgebaut wird.
Bei Bernstein-Tagebauen
wie im Samland wird 'flotiert', d. h. mit großen Mengen von
Wasser wird eine künstliche Schwemmsortierung erreicht, um den Bernstein
anzureichern. Gerade in Polen wird der Bernstein aus tiefer liegenden Schichten
mittels Spülbohrungen (oft illegal) hydraulisch hochgespült und
dann von der Oberfläche abgesucht.
Seit über einem Jahrhundert
wird der Bernstein aus der 'Blauen Erde' bei Palmnicken/Samland, heute
ein Teil Rußlands, im Tagebau gefördert, also in einer
offenen Grube. Der einzige bundesdeutsche Bernsteintagebau bei Bitterfeld
in Sachsen wurde 1993 eingestellt.
Nordseebernstein
ist (mindestens zum allergrößten Teil) Baltischer Bernstein,
der teils durch voreiszeitliche Flüsse, großenteils erst durch
die Folgen eiszeitlicher Vergletscherungen in den Bereich der heutigen
Nordseeküste gelangte. Neben den Wattgebieten sind vor allem die Sandbänke
bei St. Peter-Ording und die jütländische Westküste ergiebig.
Norddänischer Bernstein dürfte von einstigen Bernsteinwäldern
Südschwedens stammen, seine Herkunft wird auch als west-baltisch bezeichnet.
Fundstellen an der Nordsee:
Bernstein findet sich gelegentlich an Sandstränden und im Watt längs
der Nordsee, aber auch im Innenland auf den gefährlichen Spülfeldern.
Am häufigsten wird er vor St. Peter-Ording und an der jütländischen
Westküste gefunden, aber auch vor Büsum und an den -
und nordfriesischen Inseln, besonders dort, wo nach Stürmen Material
zusammengespült wurde, das etwas schwerer als Wasser ist und nicht
schwimmt ('Sprockholz'). An der schleswig-holsteinischen Küste findet
man ihn am besten wenige Tage nach dem Abflauen einer Sturmwetterlage
aus Nordwest bis Südwest.
In Braunkohlegruben bei
Bitterfeld
in Sachsen gibt es unter der tertiären Braunkohle Bernstein, das einzige
umfangreiche Vorkommen im heutigen Deutschland. Er enthält ähnlich
viele Tiereinschlüsse wie der Baltische Bernstein ist nach Ansicht
einiger Forscher (die vor allem mit dem gleichartigen Fossilbestand argumentieren)
offenbar gleichalt, nach Ansicht anderer (die annehmen, daß er sehr
kurz nach seiner Entstehung einglagert wurde) erheblich jünger als
der Baltische Bernstein. Die Förderung ist seit 1992 eingestellt.
Trotz Verboten und allmählicher Flutung wird in der Grube
immer noch viel gesucht und gefunden.
Dominikanischer Bernstein:
Erst in den letzten Jahren ist Bernstein in der Dominikanischen Republik
(Karibik, Mittelamerika) gefunden und gefördert worden, der besonders
viele und oft auch große Einschlüsse enthält, die aus einer
späteren Epoche der Tertiärzeit stammen wie der Baltische Bernstein.
Er entstand aus dem Harz baumförmiger Schmetterlingsblütler.
Borneo-Bernstein (Insel
in Südostasien) ist erst seit wenigen Jahren bekannt und kommt beim
Kohleabbau in teilweise sehr großen Stücken zu Tage. Er ist
sehr dunkel gefärbt, nur halb so alt wie der Baltische Bernstein und
enthält gelegentlich Insekteneinschlüsse.
Sizilianischer Bernstein,
auch Simetit genannt, war schon im Altertum bekannt und für seine
rötliche Farbe berühmt. Er stammt aus dem jüngeren Tertiär,
ist nicht sehr häufig und enthält nur selten Einschlüsse.
Libanon-Bernstein,
auch in angrenzenden Teilen Jordaniens und Israels zu finden, zählt
zu den ältesten Bernsteinarten mit Einschlüssen (Unterkreidezeit,
ca. 130 Millionen Jahre). Seine Insekteneinschlüsse informieren über
deren frühe Entwicklungsgeschichte. Auch die Feder eines Vogels hat
sich erhalten.
Übrige Fundstellen:
Wichtige Bernsteinvorkommen sind z. B. aus Japan und aus Kanada bekannt,
die sowohl der jüngeren Kreidezeit wie auch der älteren Tertiärzeit
angehören. Besonders von Cedar Lake in Kanada liegen viele Insekteneinschlüsse
der Unterkreidezeit vor. Ebenfalls aus der Kreidezeit stammen neuere Bernsteinfunde,
z. T. mit Insekteneinschlüssen, aus dem Salzkammergut in Österreich
und vor allem aus der Region Alava im Baskenland
(Nordspanien).
Was polnische und russische
Händler auf Flohmärkten anbieten, wird in der Regel Baltischer
Bernstein aus Ostpreußen und dem Weichselmündungsgebiet sein,
der teilweise illegal beschafft sein kann. Die Preise können noch
sehr niedrig sein, allerdings muß man bei vollständig bearbeiteten
Schmuckstücken (z. B. Armbänder) auf Bernsteinnachbildungen oder
in Kunstharz eingegossenen Bernstein achten. Mitunter haben wenig bearbeitete
Ketten und Rohstücke viele kleinere Einschlüsse.
Bernstein-Einschlüsse
Inkluse ist das Fachwort
für einen tierischen oder pflanzlichen Einschluß in Bernstein.
Die häufigen Holzmulmreste und Sternhaare in Bernstein sind damit
normalerweise nicht gemeint. Inklusen sind in Schlauben
und Zapfen besonders oft zu finden.
Erhaltung der Einschlüsse:
Von den im Bernstein eingeschlossenen Tieren und Tierteilen sind die Oberflächen
von Hohlräumen zu sehen, die meistens mit Flüssigkeit oder Luft
gefüllt sind, aber noch organische Reste (Chitin, Muskelfasern u.
ä.) enthalten können. Alle größeren Tiere, die nicht
ganz von Harz bedeckt wurden, hatten kaum eine Erhaltungschance. Je größer
der Einschluss, desto eher stören spiegelnde Risse und weißliche
Feuchtigkeits-Ausscheidungen seine Erkennbarkeit.
Sternhaare sind
die häufigsten Einschlüsse in Baltischem und Bitterfelder Bernstein.
Es soll sich bei den mit dem bloßen Auge nicht erkennbaren kleinen
Haarbüscheln meistens um abgefallene Schutzbehaarung immergrüner
Eichen handeln, die in den 'Bernsteinwäldern' wuchsen. Nur ein Teil
des Bernsteins enthält derartige Haare; sie sind ein untrügliches
Echtheitszeichen.
Pflanzliche Reste wie Blätter,
Blüten
und Samenkörner sind vergleichsweise selten im Bernstein eingeschlossen,
häufiger ist der mikroskopische
Blütenstaub.
Massenfänge
nennt man Ansammlungen von besonders vielen Einschlüssen in einem
Bernsteinstück. Sie geben wertvolle Aufschlüsse darüber,
welche Kleinlebewesen unter gleichen Bedingungen am gleichen Ort vorkamen,
was wichtig ist, da z. B. Baltischer Bernstein in recht verschiedenen Biotopen
entstanden ist.
Zweiflügler
(Dipteren), nämlich
Mücken und Fliegen,
sind im Baltischen Bernstein mit Abstand am häufigsten, soweit es
sich um 'Kleinausgaben' handelt. Nur die wenigsten erhaltenen Bernsteinmücken
sind Stechmücken - gleichzeitig ein indirekter Hinweis auf warmblütige
Tiere wie Vögel und Säugetiere im Bernsteinwald.
Aus der Insektenklasse
der
Hautflügler kommen Ameisenarbeiter
und kleinste Wespen am häufigsten in Baltischem Bernstein vor. Die
Brack-
und Erzwespen, die ihre Eier meistens in andere Insekten, z. B. Blattläuse,
oder sogar deren Eier ablegen, haben oft nur eine Körperlänge
von unter 1 mm. Es wurde aber auch hochentwickelte Honigbienen
gefunden, deren Existenz auf lichtere, blumenreiche Partien der damaligen
Bernsteinwaldgebiete hinweist.
Spinnen und Milben
gehören zu den häufigeren Einschlüssen im Bernstein. Die
Spinnen
dürften vielfach durch die Bewegung der am Harz klebengebliebenen
Tierchen angelockt worden sein. Man findet auch Spinnenfäden und sogar
darin eingewickelte Insekten. Milben gehören
nach den Zweiflüglern zu den häufigsten Bernsteineinschlüssen,
werden aber wegen ihrer Kleinheit oft übersehen. Unter ihnen sind
auch bei Vögeln schmarotzende Federlinge nachgewiesen.
Übrige Tiereinschlüsse:
Häufig sind die winzigen Springschwänze (Urinsekten) und
auch kleine Blattläuse, können aber leicht übersehen
werden. Mitunter findet man Köcherfliegen, deren Larven auf
Wasser angewiesen sind. Auch kleinere Vertreter der artenreichen Käfer
finden sich nicht selten, ebenso Larvenstadien von Heuschrecken
und Zikaden. - Weniger häufig sind Schaben und Wanzen.
Zu den Seltenheiten zählen Funde von Termiten, Libellen,
Eintagsfliegen,
Schmetterlingen,
Pseudoskorpionen
und Gottesanbeterinnen. Aufsehenserregend sind die wenigen Funde
von Flöhen.
Als Besonderheit erhielt
sich einige wenige
Vogelfedern im Baltischen Bernstein. Von Säugetieren
findet man selten einmal abgerissene Haare des Pelzes
und daran ggf. noch Hautfetzen und sogar Läuse-Eier. Soweit bestimmbar,
sollen die Haare von Klein-Nagetieren ähnlich z. B. dem Siebenschläfer
stammen. Ein angebliches
gehört eher zu den
Legenden. Ganz selten erhielten
sich -Einschlüsse
- hier wird viel gefälscht.
Häufigkeit der Einschlüsse:
Besonders in Schlaubensteinen aus Baltischem Bernstein sind Einschlüsse
so häufig, daß man mindestens in jedem zwanzigsten fündig
werden kann, wenn die Steine nicht vorher durchgesehen wurden. In billigen
Flohmarktketten aus überwiegend klaren Bernsteinen aus der Poliertrommel
kann man oft mehrere Tiereinschlüsse finden. Große Einschlüsse
sind immer selten und meistens schon rechtzeitig entdeckt.
Die Bestimmung von
Bernstein-Einschlüssen ist z. T. dermaßen schwierig, daß
sie auf jeden Fall Fachleuten überlassen werden sollte. Im allgemeinen
haben sich die Gliedertiere seit dem Tertiär entwicklungsgeschichtlich
nicht allzusehr verändert, so daß man mit Hilfe guter Bestimmungsliteratur
vielfach die Ordnungen, manchmal sogar die Familien zuordnen kann.
Fälschungen,
Manipulationen, Verwechselungen, Legenden
Fälschungen von Bernsteineinschlüssen
sind schon aus Sammlungsbeständen des 18. Jahrhunderts bekannt - gerne
versuchte man, in Bernstein spektakuläre Tier wie Frösche oder
Eidechsen einzuschließen. Die üblichen kleinen Mücken und
Fliegen zu fälschen, lohnt den Aufwand meistens nicht. Beim Erwerb
auffälliger Inklusen sollte man bei hohem Preis und ungewisser Herkunft
vorsichtig sein.
Die Mücke mit dem aufgesogenem
Dinosaurierblut, aus dessen DNS man mit Hilfe von Gentechnik einen
lebenden Dinosaurier zurückgewinnen kann - ein Märchen! Nur wenige
Bernsteinsorten reichen in die Zeit der Dinosaurier zurück, die spätestens
vor 65 Millionen Jahren ausgestorben waren. Wenn man aus dem Blut einer
heutigen Stechmücke erstmals einen Menschen machen kann, sollte man
weitersehen!
Verwechselung mit
Feuerstein: Bernstein wird von Laien oft mit durchscheinendem gelbem
Feuerstein verwechselt, der an seiner Oberfläche oft auch glänzt.
Bernstein ist sehr leicht und fühlt sich warm an, Feuerstein (Flint)
dagegen härter wie Glas und fühlt sich zunächst kalt an.
Verwechselung mit
Kunststoffen: Manche Bernsteinsorten unterscheiden sich knapp von entsprechend
gefärbten Kunststoffen. Manchmal hilft es, ein Stück anzuschleifen
(Bernstein riecht dann harzig, Kunstharz nicht) oder eine Brennprobe zu
machen, ggf. mit einer glühenden Nadel: auch dann zeigt sich der charakteristische
Geruchsunterschied. Am besten 'übt' man vorher an minderwertigen Bernsteinstücken!
- In konzentrierter Kochsalzlösung schwimmt Bernstein, während
Kunstharze in der Regel absinken.
Preßbernstein
wird unter hohem Druck und höherer Temperatur aus kleineren, nicht
zu minderwertigen Bernsteinstücken zu größeren Platten
gepreßt, die dann zu größeren Schmuckstücken verarbeitet
werden können. Preßbernstein ist nie klar, sondern milchig und
frei von größeren Blasen. Handelsmäßig darf er als
'echt Bernstein' bezeichnet werden im Gegensatz zum unveränderten
'Naturbernstein'.
Häufig werden Mischungen
aus Bernstein und Kunstharz z. B. auf Flohmärkten als Bernstein
angeboten. Sie sind durch die deutlich abgesetzten eingegossenen Bernsteinstücke
leicht zu erkennen. Mitunter enthalten sogar die eingegossenen Bernsteine
noch Einschlüsse!
Mit Hilfe einer glühenden
Nadel können oft letzte Zweifel beseitigt werden, ob es sich um
Bernstein oder ein Imitat handelt. Sie schmelzt und verdampft einen Teil
der Oberfläche des zu prüfenden Stückes. Der Kunstharzgeruch
ist anders als der harzige Bernsteingeruch. Am besten an einem minderwertigen
Bernstein üben!
Immer wieder hört
man die Legende, man habe erst seit der Bronzezeit Bernstein fein durchlochen
können, da man eine glühende Metallnadel zur Durchbohrung
brauche. Das geht nur bei sehr dünnen Scheiben und verlangt schnelle
und gekonnte Arbeit. In der Steinzeit hat man Bernstein mit Feuersteinbohrern
erfolgreich durchlocht!
Entgegen früheren Behauptungen
gibt es keine Einschlüsse von Meereslebewesen im Bernstein.
Natürlich kann man auf Seebernstein oft Spuren heutiger Meereslebewesen
finden, die sich auf seiner Oberfläche angesiedelt haben. Bei den
eingeschlossenen Lebewesen handelt es sich ausschließlich um Landbewohner
der tertiären Bernsteinwaldgebiete. Auch der jüngst publizierte
ist ein Phantasieprodukt.
Besonders in früheren
Zeiten hat man dem Bernstein und dem bei seiner Verbrennung entstehenden
Rauch Heilkraft zugesprochen. Der Stein, sein zu einer Salbe verarbeites
Pulver und das aus Bernstein destillierte Öl galten als Allheilmittel
besonders bei Rheuma. Herzog Albrecht schickte Martin Luther gegen dessen
'bösen' Gallenstein einen 'guten' Bernstein. Gesundheitsschädlich
ist er jedenfalls nicht!
,
Sammlungen und Sammler, Schleifereien, Literatur
Das (zwischen Rostock und Stralsund) ist das einzige
größere Museum Deutschlands, das nur dem Bernstein gewidmet
ist. Die umfangreiche und unbedingt sehenswerte Ausstellung zeigt auch
einige hervorragende Einschlüsse in Bernstein.
Das , eine Zweigstelle des Naturkundemuseums,
hat ein Bernsteinkabinett mit Bernsteinen aus aller Welt. Ein besonderer
Schwerpunkt des Museums ist der Dominikanische Bernstein mit seinen sehenswerten
Tier- und Pflanzeneinschlüssen.
Sammlungen in Polen und
Litauen: In der nach dem Krieg wiederaufgebauten südöstlich von Danzig, heute Polen, ist eine bedeutende
Bernsteinausstellung eingerichtet. Auch das in Warschau hat eine Bernsteinabteilung in der Schausammlung.
In Palanga (Südlitauen) ist eines der bedeutendsten
untergebracht.
Das besitzt eine der umfangreichsten deutschen
Inklusensammlungen vor allem aus baltischem Bernstein. Die Sammlung ist
allerdings nicht öffentlich ausgestellt und nur für Wissenschaftler
oder bei begründetem Interesse nach Rücksprache einsehbar. Die
Universität
Göttingen besitzt bedeutende Teile der früheren Königsberger
Sammlung.
Das und Institut der Universität
Hamburg
verfügt über eine umfangreiche Inklusensammlung baltischen Bernsteins,
die allerdings als Lehrsammlung des Instituts nur bei begründetem
Interesse einsehbar ist. Einige Stücke sind in der Ausstellung zu
sehen. Am Geomatikum ist auch der Arbeitskreis Bernstein ansässig.
Das Museum
für Archäologie und Ökologie Dithmarschen
in Albersdorf (Dithmarschen,
Schleswig-Holstein) hat eine kleine, aber gut aufbereitete Sammlung von
Bernsteineinschlüssen. Eine kleine Bernsteinsammlung hat auch das
in Burg/Dithmarschen.
In Bad Füssing
/ Oberbayern gibt es ein eher kulturgeschichtlich / handwerklich ausgerichtetes .
Sammlungen in Dänemark:
Das Geologische Museum in Kopenhagen hat eine größere Inklusensammlung
vornehmlich westbaltischen, dänischen Bernsteins - gezeigt wird Bernstein
im Kopenhagener
In der urgeschichtlichen Abteilung des Nationalmuseums in Kopenhagen und
in den größeren archäologischen Museen findet man viele
vorgeschichtliche Bernsteinfunde. Neu ist ein Bernsteinmuseum mit großer
und moderner Ausstellung in bei Esbjerg. Bernstein-Privatmuseen
mit Schleifereien finden sich bei der Widau-Schleuse bei Hoyer (Højer)
unweit Tondern, in Sønderlev bei Hjørring und in .
Für Süddänemark-Urlauber ist ein Besuch in einer Verkaufsausstellung
in Lakolk auf Rømø (Pedersen) empfehlenswert. In Skanör
(Schonen/Südschweden) gibt es ein .
Einführungsliteratur:
Erhältlich sind: Bismarck, R. v., Bernstein - Gold des Nordens, Neumünster
(Wachholtz) 1987 (Wanderndes Museum Kiel Heft 3); Reinicke, R., Bernstein,
Gold des Meeres. Rostock (Hinstorff) 1989; Schlee, D., Bernsteinneuigkeiten,
1984; Schlee, D., Der Bernsteinwald, 1986; Schlee, D., Das Bernsteinkabinett,
1990. Die empfehlenswerten Hefte von D. Schlee sind über die Gesellschaft
zur Förderung des Naturkundemuseums in Stuttgart zu beziehen.
Manfred Kutscher, Bernstein, Putbus/Rügen 1999, 64 Seiten, über
150 Inklusenfotos, gute Einführungs- und Beschreibungstexte. Bezüglich
fur 3.-DM (!!) + Versandkosten beim Verein der Freunde und Förderer
des Nationalparkes Jasmund e. V. , Postfach 34, D-18540 Sassnitz. Umfassend
und populär ist (trotz mancher Mängel bei den Abbildungen und
den Einschluß-Bestimmungen - Korrekturbeilage unbedingt beachten!):
Krummbiegel, Günter und Brigitte: Bernstein, Fossile Harze aus aller
Welt. Weinstadt (Goldschneck-Verlag, Fossilien-Sonderband 7) 1994.
Als Ausstellungskatalog
des Deutschen Bergbaumuseums erschien: Bernstein - Tränen der Götter,
Essen (Glückauf) 1996/7, 585 Seiten, 138.-DM. Als "Nachtrag" zum Ausstellungskatalog
ist beim Deutschen Bergbaumuseum das Sonderheft Metalla 66, 1997, ausschließlich
mit Bernsteinthemen herausgekommen. Beide Werke enthalten umfangreiche
Literatur. - Als ergänzter Nachdruck erschien 1996 im J. Wunderlich
Verlag, 75334 Straubenhardt, das Werk von A. Bachofen-Echt, Der Bernstein
und seine Einschlüsse, Wien 1949. W. Weitschat und W. Wichard, Atlas
der Pflanzen und Tiere im Baltischen Bernstein, München (Pfeil Verlag)
1998, 128.-DM - das langersehnte Kompendium!
- Wer keine Probleme mit Englisch hat (z. B. mit Tiernamen), dem sei das
hervorragende und preisgünstige Büchlein von Andrew
Ross, Amber, the natural time capsule, London (The Natural History
Museum) 1998 empfohlen, besonders die hervorragenden Bestimmungshilfen
für Bernstein-Einschlüsse. Andere Werke in Englisch: Grimaldi,
David A., Amber - Window to the Past, New York (Harry N. Abrahams) 1998,
216 Seiten. Poinar, George O., Life in Amber, Palo Alto (Stanford University
press) 1992. Die Lebewelt im dominikanischen Bernstein behandelt: Poinar,
George O. und Roberta, The Amber Forest, A Reconstruction
of a Vanished World\, Princeton University Press 1999, 239 Seiten. Im übrigen ist man auf zerstreute Spezialliteratur angewiesen.
Ein Arbeitskreis
von Inklusen-Sammlern und Bernsteinforschern hat sich in Hamburg gebildet,
derzeit geleitet von Dr. Weitschat vom Geologisch-Paläontologischen
Institut der Universität Hamburg. Es geht um Bernstein-Lagerstättenkunde
und die Erforschung und Bestimmung von Einschlüssen. Die Gruppe ist
in den Förderverein des Instituts und Museums eingebunden, trifft
sich einmal bis mehrfach im Jahr und erhebt einen Jahresbeitrag von 75.-DM.
Die Mitgliedschaft ist für ernsthafte Bernstein-Interessenten empfehlenswert!
Schleswig-Holsteinische
Bernsteinschleifereien findet man z. B. in St. Peter-Ording (Boy Jöns),
Schobüll nördl. Husum (Stegemann) sowie Friedrichstadt (H. Rauh).
In und Rurup/Angeln sind ihnen Schausammlungen mit altem
Schmuck und Einschlüssen angeschlossen. Stegemann/Schobüll bietet
viele Inklusen an.